Frankfurter diskutieren Bebauung des Areals DomRömer

29.6.2010

Die Frankfurter besinnen sich auf ihre Geschichte. Im Rahmen der Veranstaltung "Frankfurter Altstadt – Neue Lebensqualität zwischen Dom und Römer" diskutierten gestern Abend Experten und Bürger rund um das Thema Wiederaufbau der Frankfurter Altstadt. Rund 400 Gäste folgten der Einladung von Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und DomRömer GmbH.

"Mit dem Wiederaufbau der Altstadt setzt die Stadt ein Zeichen in Zeiten knapper Kassen", sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main. Im Sinne der langfristigen Stadtrendite sei der Aufbau der Altstadt in dieser exponierten Lage ein zukunftsorientiertes Projekt. Gleichwohl sei wichtig, dass sich das finanzielle Engagement der Stadt in Grenzen halte und der Staffelstab an Investoren weitergegeben werde. Dr. Müller verwies außerdem darauf, dass der Wiederaufbau der Altstadt in einem angemessenen Zeitraum realisiert werden müsste, denn das DomRömer-Areal sei ein zentraler Ort für Bürger und Frankfurter Gäste.

Edwin Schwarz, Planungs- und Baudezernent der Stadt Frankfurt, betonte, dass es ein großes Anliegen der Stadt sei, Frankfurt "seinem Wesen nach wieder aufzubauen und mit Leben zu füllen". Dafür habe die Stadt bereits 2007 die Weichen gestellt. Erfreut zeigte sich Schwarz über das Interesse von Investoren. „Rund 70 Interessenbekundungen sind bislang eingegangen“, sagte Michael Guntersdorf, Geschäftsführer der DomRömer GmbH.

Auf die unterschiedlichen Zielsetzungen in der Bebauung des Areals DomRömer verwies Werner Durth, Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der TU Darmstadt. "Noch sind alle Chancen gegeben, zwischen den verschiedenen Nutzungsvorstellungen des Wiederaufbaus abzuwägen." Auch Anne Christin Scheiblauer, Professorin für Städtebau an der FH Frankfurt riet zu Besonnenheit beim Wiederaufbau der Altstadt. Der Konflikt zwischen öffentlichem Raum und Privatem müsse geklärt werden. Eine realistische Lösung sollte sich danach im Bebauungsplan wieder finden, denn "Häuser, die nur nach Norden zeigen, wird niemand als Wohnhaus erwerben", sagte Scheiblauer.

Dass eine Rekonstruktion der Häuser nur teilweise möglich sei, erläuterte Jochem Jourdan, Geschäftsführer bei Jourdan & Müller PAS – Projektgruppe Architektur und Städtebau. Denn zum einen lägen nicht von allen Häusern die Original-Grundrisse vor und zum anderen müssten die neuen Gebäude sicherheitstechnischen Anforderungen genügen. So könnten "die neuen Herausforderungen nicht 1:1 auf das historische Bild übertragen werden."
 

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