Hessens Industrie behauptet sich

1. Juli 2010

Die Industrie in Hessen hat ihre Bedeutung innerhalb der Volkswirtschaft auch in der Konjunkturkrise behaupten können. "Parallel zum stark gestiegenen Dienstleistungssektor hat sich die hessische Industrie in den vergangenen Jahren mindestens ebenso erfolgreich entwickelt", sagt Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Infraserv Höchst und Vorsitzender des Industrieausschusses der IHK Frankfurt am Main. Anläßlich der Vorstellung einer Studie "Industrie-Impulse-Innovationen" der IHK Frankfurt wies Vormann darauf hin, dass in FrankfurtRheinMain rund 350.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe tätig sind. Das seien mehr als doppelt so viele wie etwa im Kredit- und Versicherungsgewerbe. Allein 65.000 Beschäftigte davon arbeiten im Bezirk der IHK Frankfurt am Main. Das industrielle Zentrum der Region ist unverändert die Stadt Frankfurt mit knapp 47.000 Beschäftigten, gefolgt von dem Main-Kinzig-Kreis, dem Landkreis Offenbach, Fulda, Aschaffenbung sowie dem Landkreis Groß-Gerau. Beachtlich ist der Zuwachs der Bruttowertschöpfung im Verabeitenden Gewerbe in der Metropolregion FrankfurtRheinMain in den vergangenen zehn Jahren auf 32 Mrd. Euro bis 2007. Damit trug durchschnittlich jeder Erwerbstätige im Verarbeitenden Gewerbe über 70.000 Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei.

"Die Beschäftigung in der Industrie hat sich in den vergangenen Jahren strukturell stark verändert", sagt Vormann. Durch Ausgründungen von Funktionen in industrienahe Dienstleistungen haben sich die statistischen Größen verschoben.  Rund 200.000 Beschäftigte in FrankfurtRheinMain aus den industrienahen Dienstleistungen werden dem Verarbeitenden Gewerbe zugerechnet. Wurden früher Werkskantine, Werksschutz, Datenverarbeitung oder Lohnbuchhaltung regelmäßig selbst im Unternehmen erbracht, erfolgte zunehmend eine Auslagerung. Hinzu kommen etwa 100.000 freiberuflich Tätige im Industriebereich. Alle Funktionen zusammengenommen zählt man inzwischen als "Netzwerk Industrie". "Trotz der statistisch rückläufigen Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe in FrankfurtRheinMain haben wir im Netzwerk per Saldo in den vergangenen zehn Jahren eine stabile Beschäftigung gehabt. Der Eindruck einer fortschreitenden De-Industrialisierung der Region ist damit klar zu widerlegen."

Die Region FrankfurtRheinMain zeichnet sich nach den Worten Vormanns unverändert durch eine Vielzahl von Innovationstreibern und Marktführern aus, die sich als Hidden Champions auf den globalen Märkten einen Namen machen. Damit dies so bleibt, hat die Vollversammlung der IHK Frankfurt ein Sieben-Punkte-Programm verabschiedet, das die politischen Handlungsfelder für die Industrie zusammenfasst. Zu den Forderungen gehören die Bewältigung des Fachkräftemangels, die Konzentration der öffentlichen Förderung auf Innovationen, eine ökologische Industriepolitik mit Vernunft, die steuerliche Entlastung des Mittelstands, der bedarfsgerechte Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Fokussierung der kommunalen Wirtschaftsförderung und die Verbesserung des Images der Industrie. "Die Zeit läuft uns bei verschiedenen Themen wie der Wettbewerbsfähigkeit davon. Politik und Wirtschaft müssen vor allem bei Bildung und Steuern gemeinsam vorangehen, um die Standortfaktoren für die Zukunft zu sichern."
 

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