Unternehmen sollten Mitarbeitergewinnung strategisch ausrichten

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1.9.2010

Mit der Globalisierung der Absatzmärkte geht gleichzeitig eine Globalisierung der Arbeitsmärkte einher. Insbesondere bei der Mitarbeitergewinnung stehen Unternehmen daher vor neuen Herausforderungen. Auf der 2. Fachkonferenz Personal, die gestern mit 290 Teilnehmern in der IHK Frankfurt am Main stattfand, diskutierten Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in neun Fach-Workshops unter anderem zu den Themen Talent Management, Personalgewinnung und lebenslanges Lernen.

"Mitarbeiter werden zum Differenzierungsfaktor, der die erfolgreichen von den weniger erfolgreichen Unternehmen trennt. Das Personalmanagement gewinnt daher an Bedeutung. Talent-, Change- und Demografie-Management werden zu den wichtigsten Themen gehören, mit denen sich die HR-Abteilungen in den nächsten Jahren beschäftigen müssen", sagte Karen Hoyndorf, stv. Präsidentin der IHK Frankfurt am Main und Geschäftsführerin der Accenture GmbH.

Dass Unternehmen vor neuen Herausforderungen nicht nur bei der Ausrichtung ihres Personalmanagements stehen, verdeutlichte Dr. Sylvia Branke, Leiterin Talent Management Practice des Personalberatungsunternehmens Towers Watson. "Die Mitarbeiter wollen Handlungsspielraum und am Erfolg des Unternehmens mitwirken." Die Bezahlung allein sei für die Bewerber kein ausschließliches Kriterium. Vielmehr seien eine herausfordernde Tätigkeit, ein guter Standort des Arbeitsgebers sowie flexible Arbeitszeiten wichtige Faktoren, nach denen Bewerber die Attraktivität des Arbeitgebers beurteilten. Gleichzeitig betonte Dr. Branke, dass diese Messlatte von Land zu Land abweichen kann und internationale Unternehmen ihre Personalpolitik mithin länderspezifisch ausrichten müssten.

Unternehmen, die über Standorte in mehreren Ländern verfügen, sollten jedoch ein einheitliches Verständnis über die Faktoren Leistung und Potenzial definieren. So könnten Fehlentscheidungen bei strukturellen Veränderungen im Personalbestand vermieden werden. "Die Geschäftsführer haben auf dieser Grundlage dann ausreichend Handlungsspielraum für die spezifische Ausgestaltung des sonst eher dezentralen Talentmanagements", sagte Dr. Branke.

Mit Blick auf die proaktive Mitarbeiterfindung betonte Kristina Flügel, Leiterin Personalbetreuung der Deutschen Bank AG, dass die Talentfindung kein kurzfristiges Ziel des Unternehmens sein sollte. "Auch in der Krise haben wir bei der Personalgewinnung Kontinuität gezeigt", sagte Flügel. In wirtschaftlich guten Zeiten zahle sich ein solches Vorgehen bei der Mitarbeiterfindung stets aus. Lohnenswert für Unternehmen sei außerdem die Nutzung des Potenzials, dass sich Unternehmen mit internationalen Mitarbeitern biete, ergänzte Monika Rühl, Leiterin Change Management und Diversity der Deutschen Lufthansa AG.

Auch das lebenslange Lernen stand auf der Agenda der Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Dabei betonte Christof Quiring, Head of Pension Solutions der Fidelity International GmbH, dass "Qualifizierung auch von älteren Mitarbeitern verlangt werden muss." In Anbetracht des demografischen Wandels und dem Erfordernis, dass Betriebe ältere Arbeitnehmer länger beschäftigten, sei dies nur konsequent.
 

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