Kuba als Wachstumsmarkt entdecken

13.9.2010

„Es ist beeindruckend, wie entschlossen sich Kuba in ausgewählten Zukunftstechnologien an die Weltspitze vorgearbeitet hat, beispielsweise in den Sektoren Biotechnologie und Pharma. Die Nachfrage nach Know-how aus Deutschland ist dabei sehr groߓ, sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, anlässlich des Wirtschaftstages Kuba in der IHK Frankfurt am Main. Unter der Führung von Antonio Carricarte, 1. Vizeminister für Außenhandel der Republik Kuba, ist eine kubanische Delegation nach Hessen gereist, um Technologiepartner und Investoren für ein Engagement in dem Karibikstaat zu gewinnen.

„Gemessen an der Gesamtleistung der deutschen Wirtschaft ist das Engagament deutscher Unternehmen in Kuba noch gering. Wir wollen für Investitionen werben und dabei helfen, dass Unternehmen aus Deutschland in Kuba Fuss fassen und schnell erfolgreich sein können. Mit einer Bevölkerungszahl von 11 Millionen Einwohnern und seiner strategischen Lage ist Kuba ein interessanter Markt für deutsche Unternehmen“, betonte Außenhandels-Vizeminister Carricarte.

Dieter Posch, Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, forderte eine stärkere Ausrichtung der hessischen Außenwirtschaft auf die Wachstumsimpulse der Auslandsmärkte. 2009 habe die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer und der Entwicklungsländer erstmals die der Industriestaaten überschritten. Damit veränderten sich für die hessische Wirtschaft gewohnte Konstellationen. „Eine starke Orientierung der Außenwirtschaft auf die wachstumsstarken Emerging Markets (Schwellenländer) ist für neue wirtschaftliche Erfolge unserer Unternehmen ohne Alternative“, unterstrich Posch. Auch bei verbesserten Konjunkturbedingungen sei es wichtig, neue Exportmärkte zu erschließen und auch durch Investitionen die Verflechtungen mit diesen Wachstumsmärkten zu verstärken. Um Arbeitsplätze am Standort Hessen zu sichern, müssten die Handels- und Investitionsbeziehungen mit den großen, bevölkerungsstarken Schwellenländern vertieft und die Wirtschaftsverbindungen auch mit Entwicklungsländern ausgeweitet werden.

Hessische Unternehmen sind seit vielen Jahren in Kuba aktiv und haben sich mit unterschiedlichen Strategien auf die Besonderheiten des Marktes eingestellt.
Die Messer-Gruppe ist als Industriegasversorger der größte deutsche Investor in dem Karibik-Staat. Die DZ-Bank verfügt über große Erfahrung in der Finanzierung im Kuba-Geschäft. Die B.Braun Melsungen AG hat ihren Vertrieb medizintechnischer Erzeugnisse in Kuba ausgeweitet. Die Leisure Cargo GmbH aus Frankfurt ist auf logistische Dienstleistungen und das Luftfrachtgeschäft mit Kuba spezialisiert. Das Frankfurter FIZ Innovationszentrum Biotechnologie arbeitet in Forschungskooperationen mit einem Partnerinstitut in Havanna zusammen.

Kuba plant nach Angaben der kubanischen Delegation derzeit mehrere Wind- und Solarenergieprojekte sowie Biogasanlagen. Außerdem werden Partner gesucht für die Sektoren Recycling von Glas und Kunststoff. Der Anteil importierter Lebensmittel soll gesenkt werden und der Tourismus soll stärker ökologisch ausgerichtet werden, um neue Zielgruppen anzusprechen. Kuba importiert derzeit einen großen Teil der für den Tourismus bestimmten Lebensmittel. Auch hier wird eine Kooperation mit deutschen Unternehmen der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie angestrebt.

In der biotechnologisch-pharmazeutischen Forschung gehört Kuba bereits zur Weltspitze. In den meisten Bereichen ist das Land jedoch auf ausländisches Know-how angewiesen. Vor diesem Hintergrund hat die Regierung unlängst wichtige Rahmenbedingungen für ausländische Investoren verbessert. So können Investoren künftig Land für 99 Jahre statt wie bisher für 50 Jahre pachten. Weitere Erleichterungen sind in Planung.

 

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