Konjunkturumfrage Herbst 2010: Ungebrochener Optimismus - IHK-Geschäftsklimaindikator steigt auf 128,7 Zähler

23.9.2010

„Die gute Stimmung der Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist nach wie vor ungebrochen. Eine weiterhin positive Auftragslage in der Industrie, die günstigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und leicht anziehende Konsumausgaben prägen die Erwartungen der regionalen Unternehmen“, sagt Dr. Hubertus Hille, Chef-Volkswirt der IHK Frankfurt am Main. Der IHK-Geschäftsklimaindikator liegt aktuell bei 128,7 Zählern (ein Stand von 100 Punkten spiegelt die Balance zwischen positiver und negativer Grundstimmung in der Wirtschaft wider). Dies ist ein Anstieg von 10,4 Punkten gegenüber der Umfrage im Frühsommer dieses Jahres. Einen ähnlich hohen Wert erreichte der IHK-Geschäftsklimaindikator zuletzt im Herbst 2007. An der IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2010 beteiligten sich 2.700 Unternehmen.

Die Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch den weiteren Geschäftsverlauf besser als in der Vorumfrage. Aktuell schätzen rund 40 Prozent der Unternehmen ihre Lage als „gut“ ein. Im Herbst 2009 war dies lediglich in jedem fünften Unternehmen der Fall. Hingegen bewertet jedes zehnte Unternehmen seine momentane Lage als „schlecht“. Auch die Erwartungen der Unternehmen für den Geschäftsverlauf der kommenden zwölf Monate haben sich erneut aufgehellt. Rund 38 Prozent gehen derzeit von einer nochmals günstigeren Entwicklung ihrer Geschäfte aus, mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einem gleich bleibenden Verlauf.

Die Unternehmen planen mit vermehrten Investitionen in den kommenden Monaten. In den Krisenzeiten haben viele Unternehmen ihre Investitionen aufgeschoben. Mit der besseren Geschäftslage werden diese nun nachgeholt. Der Investitionsindikator liegt mit rund 12 Punkten so hoch wie seit dem Herbst 2007 nicht mehr. Jedes vierte Unternehmen plant, seine Investitionen auszuweiten. Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt als Hauptmotiv für Investitionen den Ersatzbedarf an. Rund 36 Prozent tätigen ihre Investitionen für Produktinnovationen und auch die Investitionen in Kapazitätsausweitungen gewinnen wieder an Bedeutung. Dies ist immerhin für rund 31 Prozent der Unternehmen ein Investitionsgrund.

Die Exporte im Bezirk der IHK Frankfurt entwickeln sich prächtig. Der Exportindikator liegt aktuell bei 28,3 Zählern. Im Vergleich zur Vorumfrage hat die Dynamik damit zwar etwas nachgelassen (+1,5 Punkte), jedoch liegt der Indikator fast 20 Punkte über dem Wert vom Herbst 2009. Immerhin erwarten rund 36 Prozent der Unternehmen weiterhin steigende Exportzahlen. Die Mehrheit geht von einem konstanten Exportvolumen aus.

Die Beschäftigungspläne der Unternehmen enthalten positive Signale für den Arbeitsmarkt. Der Beschäftigungsaufbau gewinnt damit nochmals an Schwung. Jedes vierte Unternehmen plant, weiterhin zusätzliches Personal einzustellen. Vor allem die unternehmensbezogenen Dienstleister, die Investitionsgüterproduzenten, der Handel und der Verkehr weisen hohe Beschäftigungspläne aus.

Besonders die demografische Entwicklung stellt die Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Für die Unternehmen bedeutet dies sowohl ein steigendes Durchschnittsalter der Belegschaft als auch ein knapperes Angebot an jüngeren, qualifizierten Fachkräften. „Mit Blick auf die Risiken der demografischen Entwicklung rechnet nahezu jedes zweite Unternehmen künftig mit Problemen bei der Fachkräftegewinnung. Im Produzierenden Gewerbe sind es sogar 66 Prozent“, betont Dr. Hille. Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt, wie aktuell dieses Thema ist: Bis 2014 werden demnach in der Region rund 47.000 Fachkräfte jährlich fehlen.
 

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