1. Frankfurter Hafengipfel stellt Potenziale des Hafens heraus


07.10.2010

Beim 1. Frankfurter Hafengipfel in der IHK Frankfurt am Main haben Vertreter von Wirtschaft und Politik die Bedeutung und Potenziale der Mainhäfen in den Vordergrund gestellt.   Insbesondere der Frankfurter Osthafen habe eine erhebliche volks- und verkehrswirtschaftliche Bedeutung für Stadt und Region, betonten IHK-Vizepräsident Michael G. König und Frankfurts Stadtrat Volker Stein, Dezernent für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz. Verschiedene Redner gaben einen Ausblick auf die Entwicklung des Osthafens als Logistik-, Hafen- und Gewerbestandort. Darüber hinaus diente die Veranstaltung einer Einordnung in die Bundes-,   Landes- sowie regionalpolitischen Rahmenbedingungen und informierte über die Rolle der Binnenschifffahrt und des kombinierten Verkehrs.

 

Michael G. König, Vize-Präsident der IHK Frankfurt am Main, stellte die überragende Bedeutung der Fluss- und Hafenwirtschaft für das Gedeihen von Stadt und Region seit Beginn der Industrialisierung heraus. In diesem Entwicklungsprozess habe die IHK als Frankfurter Wirtschaftsvertretung immer eine aktive Rolle gespielt. Ansprüche an die Nutzung von Hafenflächen für andere Zwecke als für Logistik und Transport müssten sicher diskutiert werden. Dabei sei zu bedenken, dass der Osthafen mit seiner Versorgungsfunktion des Stadtgebietes und des näheren Umlandes in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich weiter entwickelt worden sei. Überregionale Ver-, Entsorgungs- und Distributionsfunktionen müssten weiterhin sichergestellt werden. Der künftige Erfolg eines solchen Standortes erfordere, dass auch weiterhin intelligente Logistik- und Distributionsaktivitäten angesiedelt werden können.

 

"Die Wirtschaft hat die Umwandlung des Westhafens in den neunziger Jahren in ein Wohngebiet mitgetragen unter der Voraussetzung, dass es eine langfristig stabile Entwicklung für den Osthafen gibt. Wenn der Standort wegen des Neubaus der Europäischen Zentralbank und der damit verbundenen Aufwertung des Areals heute neu bewertet wird, darf das nicht dazu führen, dass das Hafengebiet Stück für Stück umgewidmet wird. Die Logistikfunktion muss sichergestellt werden. Die Betriebe im Hafen brauchen Planungssicherheit", sagte König. Die grundsätzliche   Entscheidung dazu sei richtungweisend für den Logistik- und Industriestandort Frankfurt und die Region. Deshalb würden sich auch das Präsidium und die Vollversammlung der IHK intensiv mit diesen Fragen beschäftigen und demnächst eine Position dazu formulieren.

 

Stadtrat Volker Stein wies auf die Ergebnisse der im Juni 2010 veröffentlichten und von der städtischen HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt mbH beauftragten Studie der HTC Hanseatic Transport Consultancy hin. Demnach stelle der Hafen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und leiste einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung für die Stadt Frankfurt am Main und für die Region. Mit der Umgestaltung und dem Ausbau des Osthafens zu einem modernen, funktionalen und effizienten Zentrum der Güterlogistik Ende der 1990er Jahre sei ein wichtiger Schritt zur Zukunftssicherung und strategischen Weiterentwicklung des Frankfurter Hafens umgesetzt worden. Da der Frankfurter Hafen als Logistikstandort im Zentrum der dynamisch wachsenden Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main einem stetigen Wandel unterliege, ergeben sich daraus eine Reihe von Herausforderungen. Beispielhaft verwies er auf die Dynamisierung der Containerverkehre bei einer volatilen Entwicklung des Massengutgeschäfts, auf die wachsende Bedeutung des Binnenhafens als Baustein der Logistikwirtschaft, auf die stadtplanerischen Aktivitäten der Kommunen in den hafennahen Bereichen sowie auf ein mittel- bis langfristiges Fehlen von Erweiterungsflächen. "Mein Ziel ist es, die Bedeutung der Gewerbe- und Industriegebiete im Ost- und Gutleuthafen als Wirtschaftsfaktor zu stärken, die Attraktivität des Standortes Hafen zu steigern und die Ver- und Entsorgung des Wirtschaftsraumes Frankfurt am Main sicherzustellen. Dies kann nur mit einer umfassenden Entwicklungsstrategie realisiert werden", sagte Stein.

 

Neben IHK-Vizepräsident König und Stadtrat Stein beleuchteten weitere Redner die Rolle des Mains und der Mainhäfen als zentrale Triebfedern in der Wirtschaftsentwicklung Frankfurts und der Region. Rudolf Sehring, Vorsitzender der Sehring AG Familien-Holding und der GFH Gemeinschaft Frankfurter Hafenanlieger, stellte heraus, dass die im Hafen tätigen Unternehmen Planungssicherheit bräuchten. Zudem sei für diese Firmen eine leistungsfähige Straßeninfrastruktur im umliegenden Stadtgebiet und der Region unverzichtbar.

 

Heiko Kasseckert, Direktor des Planungsverbandes Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, betonte, dass ein Hafen- und Logistikstandort wie der Frankfurter Osthafen für die gesamte Region von großer Bedeutung sei. Der Planungsverband unternehme eigene Aktivitäten zur Stärkung der Hafenfunktionen in FrankfurtRheinMain. Dr. Jan Ninnemann, Geschäftsführer HTC Hanseatic Transport Consultancy, belegte anhand von Studien das enorme volkswirtschaftliche Potential des Hafens und die Bedeutung des Standortes unter Betrachtung aller gesamtwirtschaftlichen Effekte. Nach den Worten von Rainer Mertel, Managing Director Kombi Consult GmbH, haben Häfen eine wichtige Rolle beim stark wachsenden kombinierten Verkehr.

 

Dass Häfen nach dem nationalen Hafenkonzept nicht nur für die Umkehr von Globalisierung und Arbeitsteilung stehen, sondern auch für zunehmende Verflechtung und effiziente Nutzung des Gesamtverkehrssystems zeigte Prof. Dr. Christian Langhagen-Rohrbach, Referent für Mobilitätspolitik, Logistik und trägerübergreifenden Verkehr im hessischen Wirtschaftsministerium, auf. Über die Rolle der Binnenschifffahrt und die verkehrswirtschaftliche Einordnung im Vergleich der Verkehrsträger informierte Gunnar Platz, Geschäftsführender Gesellschafter der Planco Consulting GmbH. Nach seiner Auffassung ist das Binnenschiff im Massengutverkehr bis auf wenige Ausnahmen der Verkehrsträger mit den geringsten externen Kosten; im Containerverkehr sei der Vorteil sogar noch eindeutiger.

 

Dr. Wolfgang Hönemann, Managing Director Wincanton GmbH, betonte in seinem Vortrag zur Bedeutung des Container-Terminals am Osthafen für die Versorgung der Region die überdurchschnittliche Wirtschaftskraft Frankfurts und davon östlich liegender Regionen aufgrund der strategisch sehr guten Lage. Zwecks Bewältigung des prognostizierten Wachstums im Containerumschlag plädierte er für eine größtmögliche Verlagerung von LKW-Containertransporten auf das Binnenschiff und die Bahn. Hierfür sei der schnellstmögliche Ausbau des Terminals notwendig.

 

Wie sich Binnenhäfen in der Zukunft positionieren sollten, erläuterte Rainer Schäfer, Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen e.V. Binnenhäfen erlebten als logistische Knoten eine Renaissance. Zudem gebe es bei der Binnenschifffahrt erhebliche Kapazitätsreserven.

Die Vorträge, die im Rahmen des 1. Frankfurter Hafengipfels gehalten wurden, finden Sie unter www.hfm-frankfurt.de
 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Telefon:

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488