Beschäftigungs- und Konjunkturprognose 2011: Arbeitsmarkt ist auf Rekordjagd

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18.11.2010
 

"Die Unternehmen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain sind wieder guter Dinge. Sie haben sich von der schweren Rezession des vergangenen Jahres weitgehend gut erholt. Das zeigen uns die Rückmeldungen der Betriebe. Im kommenden Jahr wird der Aufschwung anhalten. Dies führt dazu, dass die Wirtschaft weiter neue Stellen in der Region schafft", erklärt Hartwig Rohde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main, anlässlich der Präsentation der regionalen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose für 2011.

 

„Wir rechnen für FrankfurtRheinMain derzeit mit einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent in diesem Jahr und rund 2 Prozent im kommenden Jahr. Nach unseren Berechnungen werden im Jahr 2011 etwa 1,4 Prozent bzw. rund 28.000 neue Stellen entstehen. Ende 2011 werden demnach etwas mehr als 2 Millionen Personen in unserer Region sozialversicherungspflichtig beschäftigt sein. Das ist der höchste Beschäftigungsstand seit 19 Jahren", formuliert Dr. Hubertus Hille, Chefvolkswirt der IHK Frankfurt am Main.

 

Allerdings bestehen auch Risiken für den weiteren Verlauf des Aufschwungs: „Viele Länder mit hoher Verschuldung, wie Großbritannien, Griechenland, Irland sowie einige Länder in Osteuropa, werden harte Sparmaßnahmen einführen. In diesen Ländern wird die Nachfrage nach deutschen Produkten zurückgehen. Außerdem ist unsicher, ob die Länder ihre hohe Verschuldung werden meistern können oder ob die Finanzmärkte mit Ausfällen rechnen müssen. In der hohen Verschuldung und dem schlechten Arbeitsmarkt in den USA bestehen weitere Gefahren für die Weltkonjunktur. Ebenso in den Währungsturbulenzen zwischen China und den USA", betont Rohde.

 

Die Dienstleistungsunternehmen sind der Motor des regionalen Arbeitsmarktes. Dieser Bereich ist am besten durch die Krise gekommen. Im kommenden Jahr wird nach Berechnungen des IHK-Forums Rhein-Main die Beschäftigung um 1,8 Prozent bzw. rund 22.500 Stellen steigen. Besonders unternehmensnahe Dienstleister suchen Personal. Aber auch personenbezogene Dienstleistungsunternehmen profitieren zunehmend vom Aufschwung, da die Inlandsnachfrage, beflügelt durch den guten Arbeitsmarkt, immer mehr anzieht.

 

Der Handel wird nach Berechnungen des IHK-Forums Rhein-Main ebenfalls rund 1 Prozent bzw. etwa 3.000 neue Stellen schaffen. Der Großhandel schaut hierbei optimistischer in die Zukunft als der Einzelhandel.

 

Die Industrie hatte am stärksten unter der Krise zu leiden. Nun spürt sie allerdings auch deutlich die gestiegene Exportnachfrage. Da die Auslastung der Kapazitäten erst nach und nach gestiegen ist, gingen im ersten Halbjahr noch Jobs verloren. Dieser Abbau ist beendet, führt jedoch dazu, dass am Ende 2010 im Jahresvergleich weniger Beschäftigte in der Industrie arbeiten. Im kommenden Jahr werden auch in der Industrie wieder zunehmend mehr neue Stellen geschaffen. Nach derzeitigen Berechnungen auf Basis der Rückmeldungen der Unternehmen werden etwa 0,3 Prozent bzw. 1.000 neue Jobs entstehen.

 

Im Baugewerbe rechnet das IHK-Forum Rhein-Main mit 1 Prozent bzw. etwa 1.000 zusätzlichen Stellen. Allerdings werden sich die verschiedenen Baubereiche unterschiedlich entwickeln. Nach Rückmeldungen der Unternehmen planen die Betriebe des Bauhauptgewerbes mit weniger Stellen. Im Ausbaugewerbe werden hingegen neue Stellen entstehen.

 

Für die Unternehmen wird es immer schwieriger, neue Stellen zu besetzen. „Immerhin fast jeder dritte Betrieb meldet uns Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Und die Schwierigkeiten werden durch den demografischen Wandel in Zukunft noch größer. Der IHK-Fachkräftemonitor zeigt: Bis zum Jahr 2015 werden in der Region FrankfurtRheinMain pro Jahr durchschnittlich 135.000 Fachkräfte fehlen", sagt Dr. Hille. Um das Problem des Fachkräftemangels in den Griff zu bekommen, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss weiter verbessert werden, insbesondere gilt dies für die Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Die Erwerbsbeteiligung älterer Personen muss erhöht werden. Die Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger muss verbessert werden. Und die Wirtschaft braucht mehr qualifizierte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, möglichst über ein Punktesystem gesteuert. „Der Fachkräftemangel darf nicht zum Bremsklotz des wirtschaftlichen Wachstums werden. Wenn die Region sich darauf nicht vorbereitet, verlieren wir an Wettbewerbsfähigkeit und verzichten auf Wohlstand", kommentiert Rohde.

 

Die vollständige Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2011 steht im Internet unter www.frankfurt-main.ihk.de/beschaeftigungsprognose zum Download zur Verfügung.

 

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