Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2011: Stimmung rekordverdächtig

18.1.2011

„Die Wirtschaft im Bezirk der IHK Frankfurt am Main erholt sich prächtig. Die zunehmende Konsumfreude in der Region, die günstigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und eine weiterhin positive Auftragslage in der Industrie prägen die überdurchschnittlich gute Stimmung bei den hiesigen Unternehmen", sagt Dr. Hubertus Hille, Chef-Volkswirt der IHK Frankfurt am Main. Der IHK-Geschäftsklimaindikator liegt aktuell bei 135 Zählern (ein Stand von 100 Punkten spiegelt die Balance zwischen positiver und negativer Grundstimmung in der Wirtschaft wider). Dies ist ein Anstieg von 6,3 Punkten gegenüber der letzten Umfrage im Herbst 2010. Einen ähnlich hohen Wert erreichte der IHK-Geschäftsklimaindikator in Vorkrisenjahren, so das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2011 unter 2.500 Unternehmen.

Die Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch den weiteren Geschäftsverlauf besser als in der Vorumfrage. Aktuell schätzen rund 46 Prozent der Unternehmen ihre Lage als „gut" ein. Zu Jahresbeginn 2010 war dies lediglich bei rund 26 Prozent der Fall. Hingegen bewertet jedes elfte Unternehmen seine momentane Lage als „schlecht". Auch die Erwartungen der Unternehmen für den Geschäftsverlauf der kommenden zwölf Monate haben sich erneut aufgehellt. Rund 40 Prozent gehen derzeit von einer günstigeren Entwicklung ihrer Geschäfte aus, mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einem gleichbleibenden Verlauf.

Investitionen: Der Aufschwung setzt sich fort und somit geben auch viele Unternehmen wieder mehr Geld für Investitionen aus. Zudem profitieren die Unternehmen von den aktuell günstigen Zinskonditionen. Der Investitionsindikator liegt mit rund 21 Punkten so hoch wie seit dem Frühsommer 2007 nicht mehr. Fast jedes dritte Unternehmen plant, seine Investitionen auszuweiten. Mehr im Ausland investieren will jedes fünfte Unternehmen - hauptsächlich in die EU-15-Staaten. Gründe hierfür sind vor allem Kundennähe, bessere Verfügbarkeit von Fachkräften und Lieferantennähe.

Exporte: Das erste Zugpferd des Aufschwungs, der Export, verliert auf hohem Niveau etwas an Dynamik. Die regionalen Unternehmen exportieren hauptsächlich innerhalb Europas. Jedoch ist hier die wirtschaftliche Entwicklung in einigen Ländern noch mit Problemen behaftet. Der Exportindikator liegt aktuell bei etwa 25 Zählern. Im Vergleich zur Vorumfrage ist dies zwar ein Minus von drei Punkten, jedoch liegt der Indikator noch immer mehr als 13 Punkte über dem Wert vom Jahresbeginn 2010. Immerhin erwartet rund jedes dritte Unternehmen steigende Exportzahlen. Die Mehrheit geht von einem konstanten Exportvolumen aus.

Beschäftigte: Der konjunkturelle Aufschwung gewinnt zunehmend an Breite. Dies zeigt sich auch in den aktuellen Beschäftigungsplänen der Unternehmen, sie enthalten positive Signale für den Arbeitsmarkt – ein Spiegel der weiteren Stärkung der Binnennachfrage. Rund 30 Prozent der Unternehmen planen, weiterhin zusätzliches Personal einzustellen. Vor allem die Dienstleister, die Investitionsgüterproduzenten, das Gastgewerbe und der Verkehr weisen hohe Beschäftigungspläne aus. Von einem Personalabbau gehen lediglich rund elf Prozent der Unternehmen aus.

Fachkräftemangel: Die Unternehmen im IHK Bezirk Frankfurt am Main haben sich von der Krise gut erholt. Dadurch ist jedoch die Nachfrage nach Fachkräften bei den Unternehmen stärker angestiegen als erwartet. „Was die Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung anbelangt, so rechnet mittlerweile mehr als jeder dritte Betrieb mit Problemen bei der Fachkräftegewinnung in den nächsten Monaten", sagt Dr. Hille. Die aktuellen Zahlen aus dem IHK-Fachkräftemonitor bestätigen dieses Bild: Im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist damit zu rechnen, dass bis zum Jahr 2016 jährlich durchschnittlich rund 90.000 Fachkräfte fehlen werden. Der Fachkräftemangel wirkt sich zudem auf die Auslandsinvestitionen der Unternehmen aus. Jedes sechste Unternehmen, das im Ausland zu investieren plant, wird dies aufgrund der besseren Verfügbarkeit von Fachkräften vor Ort vornehmen.


 

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