Stellschrauben gegen den Fachkräftemangel

1.3.2011

Zur Verhinderung des drohenden Fachkräftemangels müssen Politik und Unternehmen an mehreren Stellschrauben drehen. „Die Auswirkungen des demografischen Wandels lassen sich gestalten, wenn die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden", sagte der Präsident der IHK Frankfurt am Main, Dr. Mathias Müller, bei der Vorstellung des IHK-Jahresprogramms „Gemeinsam für Fachkräfte – bilden – beschäftigen – integrieren" am Dienstag vor der Presse.

„Wie die Vielzahl der Möglichkeiten zeigt, ist der Fachkräftemangel ein drohendes Symptom, aber nicht unabwendbar. Der demografische Wandel wird zwar dazu führen, dass wir in Deutschland weniger, älter und bunter werden. Das muss uns aber nicht schrecken, wenn wir die richtigen Lösungen für die Beschäftigung, die Unternehmen und die Volkswirtschaft finden und das vorhandene Potenzial besser nutzen."

Auf politischer Ebene fordert die IHK Frankfurt merkliche Fortschritte auf vier Handlungsfeldern: Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen die Kinderbetreuung bedarfsgerecht ausgebaut und die Arbeitszeitmodelle flexibler werden. Die Qualifikationen der Beschäftigten müssen immer wieder durch Weiterbildung aktualisiert werden, auch um die Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer zu unterstützen. Zum verbesserten Übergang in die berufliche Ausbildung müssen mehr Anstrengungen zur individuellen Förderung von leistungsschwachen Schülern während der Schulphase unternommen werden. Für die erforderliche Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften sollen klare Anerkennungsverfahren für berufliche Qualifikationen geschaffen und eine Senkung der Einkommensschwelle für die Niederlassungserlaubnis für Hochqualifizierte umgesetzt werden.

Auch bei den Unternehmen liegen nach Darstellung der IHK große Potenziale für die Eindämmung des Fachkräftemangels. Dazu gehören verbesserte Arbeitszeitmodelle, um den Jobeinstieg junger Eltern zu erleichtern, sowie eine Intensivierung der betrieblichen Weiterbildung und die verstärkte Berücksichtigung ausländischer Fachkräfte.

Im Bezirk der IHK Frankfurt wird sich der demografische Wandel unterschiedlich stark bemerkbar machen. Die IHK stellte die Studie „Demografischer Wandel, Wirtschaftswachstum, Wirtschaftsstruktur" vor, der zufolge die Einwohnerzahl in der Stadt Frankfurt tendenziell leicht zunehmen und 2060 um 1,5 Prozent höher als heute liegen werde. Im Hochtaunuskreis wird die Einwohnerzahl immer stärker sinken, so dass die Zahl 2060 rund zehn Prozent niedriger als heute sein wird. Im Main-Taunus-Kreis wird es zunächst einen weiteren Bevölkerungsaufbau geben, der sich nach 2030 aber umkehrt, so dass 2060 schätzungsweise drei Prozent weniger Einwohner als heute dort leben werden.

Gleichzeitig wird der Altersdurchschnitt steigen. Im Jahr 2060 werden im Bezirk der IHK Frankfurt mehr über 75-Jährige als Kinder und Jugendliche leben. Diese Entwicklung wird sich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlagen. Im Jahr 2060 wird die Anzahl der Erwerbstätigen um über 100.000 niedriger sein. „Eine solche Entwicklung wird nicht spurlos an der Wirtschaft vorübergehen. Wir rechnen damit, dass der Rückgang der Erwerbstätigenzahl Wohlfahrtsverluste in Höhe von 14 Milliarden Euro nach sich ziehen wird. Das bedeutet im Jahr 2060 einen jährlichen Einschnitt beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 14.000 Euro", sagte Dr. Hubertus HiIle, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung der IHK Frankfurt am Main.

Mehr Informationen zur Studie „Demografischer Wandel – Wirtschaftswachstum – Wirtschaftsstruktur: Auswirkungen auf den IHK-Bezirk Frankfurt am Main" finden Sie unter www.frankfurt-main.ihk.de/fachkraefte 

 

 

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