Pharma- und Biotech-Branche zählen zu größten Gewinnern des demografischen Wandels

5.4.2011

 

Der demografische Wandel birgt nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Das zeigt die neue Studie der IHK Frankfurt am Main zum Gesundheitsstandort Frankfurt. So werden aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft in den nächsten Jahren insbesondere die Pharmaindustrie und der Pharmahandel wachsen. Vom demografischen Wandel profitieren werden neben den Pflegeeinrichtungen außerdem alle technologieorientierten Branchen, darunter die Medizintechnik und die Biotechnologie.

 

„Mit rund 76.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zählt die Gesundheitswirtschaft im IHK-Bezirk zu einer der stärksten Branchen", sagte Karen Hoyndorf, stv. Präsidentin der IHK Frankfurt am Main. In den letzten Jahren habe sich der Standort Frankfurt als führender Wissenschafts- und Forschungsstandort etabliert. Damit die Gesundheitswirtschaft in der Zukunft  vom demografischen Wandel profitieren könne, müsse der Wirtschaftszweig nunmehr auf nationalem und internationalem Niveau stärker positioniert werden. Dazu gehöre insbesondere der Ausbau der internen Vernetzung, etwa des bestehenden Gesundheitsclusters und des geplanten House of Pharma. Zu den notwendigen Maßnahmen zur Optimierung des Standortes zählten außerdem geeignete Gewerbe- und Büroflächen, die vor allem von der Biotechnologiebranche benötigt würden. „Der Bereich Biotech ist eine junge und wachstumsstarke Branche. Viele der Unternehmen entstehen aus universitären Ausgründungen. Daher benötigt die Branche vor allem erschwingliche Mieten und Unterstützung bei der Existenzgründung", betonte Hoyndorf.

 

Um die Innovationsfähigkeit am Standort zu sichern, sei darüber hinaus  ein verbesserter Technologietransfer erforderlich. „Der Wissensfluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist für die Erhaltung des innovationsstarken Standorts essentiell. Vor allem auf der Hochschulseite sollten daher stärkere Anreize zu Erhöhung der Kooperationsbereitschaft geschaffen werden", sagte Hoyndorf. Als Beispiel nannte sie das Modell der Drittmittelanwerbung, das bei der Akquise von Kooperationen analog Anwendung finden könnte. 

 

Neben der Biotech- und der Medizintechnik-Branche werden die Pharmaindustrie und der -handel besonders stark vom demografischen Wandel profitieren. „Bereits in den letzten zehn Jahren stieg der jährliche Handelsumsatz im Durchschnitt um 4,5 Prozent. Diese überdurchschnittliche Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen - nicht zuletzt weil Ältere über 60 Jahren drei Mal so viel Geld für Arzneimittel ausgeben wie Personen unter 60 Jahren", sagte Dr. Hubertus Hille, Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung der IHK Frankfurt. Der Umsatz des Welthandels, der 2009 bei 770 Milliarden US-Dollar lag, werde sich Prognose zufolge bis 2025 verdoppeln wird. „Eine solche Entwicklung bietet für die exportorientierten Unternehmen des IHK-Bezirks hervorragende Wachstumschancen." Allerdings werde sich nicht nur die Nachfrage- sonder auch die  Angebotsseite verändern. Dazu zähle insbesondere eine wachsende Konkurrenz aus den aufstrebenden Schwellenländern China, Indien und Brasilien, auf die sich die regionalen Unternehmen einstellen müssten.

 

Mehr Informationen zur Studie stehen im Internet unter http://frankfurt-main.ihk.de/gesundheitsstudie  

 

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