Die Stadt von morgen – Nachhaltiger Städtebau im Fokus der Global Business Week

16.05.2011

Die nachhaltige Stadtplanung in Metropolregionen stand im Mittelpunkt des vierten Sustainability Forums, das am 16. Mai im Rahmen der Global Business Week in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt stattfand. In seiner Einführung in das Thema formulierte der Architekt Prof. Dipl.-Ing. Albert Speer seine Überzeugung, dass die Gesellschaft sich im Jahrhundert der Städte intensiv mit dem Thema der Gesamtentwicklung der Aspekte Migration, umweltgerechte Entwicklung, Ressourcen und wirtschaftliche Teilnahme auseinandersetzen müsse. Der Geschäftsführende Gesellschafter des Frankfurter Architekturbüros Albert Speer & Partner GmbH betonte in diesem Zusammenhang den Stellenwert einer gemeinsamen globalen Ethik für die Organisation der Welt. So finde nicht nur in den europäischen Städten das größte Bauprojekt der Menschheitsgeschichte statt: In den nächsten 15 bis 20 Jahren werden eine Milliarde Menschen in Städte ziehen. „Mega-Cities bergen große Risiken, sind aber die einzige Chance, um die Zukunftsfähigkeit von neun Milliarden Menschen zu gewährleisten“, sagte Speer. Ein Grundbaustein dafür sei technisches, planerisches und administratives Wissen.

So habe sich das an Humankapital gebundene Know-how zum Rohstoff der Stadtentwicklung im 21. Jahrhundert entwickelt. Dazu zähle auch die Bildung und Ausbildung für breite Bevölkerungsschichten. Als zwingende Anlässe zum Umbau führte Speer Klimawandel, Ressourcenknappheit, die Entwicklung der Wissensgesellschaft sowie Demographie-Trends an. „Dabei müssen Städte nicht mehr nach außen wachsen: „Ich plädiere vielmehr für die Verdichtung und Nachverdichtung von Städten“, so Speer, der in der künftigen Stadtplanung das Ende sektoraler, monodisziplinärer Planungsansätze sieht. „Die Stadt ist eine Querschnittsaufgabe. Das heißt: Wir müssen Stadtentwicklung und Stadttechnik nicht parallel, sondern konsekutiv bearbeiten“, führte Speer aus. Die dezentrale Konzentration sei ein zukunftsweisendes Raummodell für Großstädte und Agglomerationen.

Die Annahmen und Ansichten Speers bestätigte Gregor Grassl, Arbeitsgruppenleiter "Stadtquartiere" der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB, der in seinem Vortrag einen Vergleich der Chinesischen New-Town zur deutschen Brachflächenrevitalisierung zog und - wie sein ebenfalls in China tätiger Vorredner - die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung und Planung betonte. Die  Ausgangslage am Immobilienmarkt sei zwar in beiden Ländern vor allem hinsichtlich Planungsfläche, Einwohneranzahl und Anforderungen an Energieeffizienz und Individualität sehr unterschiedlich; jedoch gewinne vor allem die Nachhaltigkeit und deren Messbarkeit in beiden Ländern signifikant an Bedeutung und die Entwicklung vom „Green Building“ zur „Green City“ habe begonnen.

Dass auch Dänemark auf die „Green City“ setzt, erläuterte Marc J. Jørgensen, Special Adviser und Project Manager Nordhavn des Center for Urban Development der City of Copenhagen, in seinem Vortrag „Nordhavn – The Sustainable City of the Future“.

Mit seinem Vortrag über das Europaviertel (West) lenkte Dr. Elmar Schütz, Leiter Projektentwicklung Region Mitte, aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer wieder auf die Metropolregion FrankfurtRheinMain und referierte über ein nachhaltiges Stadtquartier als Pilotprojekt der DGNB-Zertifizierung (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen).

Vor dem Hintergrund der vorgestellten nationalen und internationalen Entwicklungen und Erfahrungen waren sich alle Redner in der Abschlussdiskussion einig: Planungsansätze, Strategie und Ausführung müssen in allen Bereichen stärker mit einander verknüpft werden. Der zentrale Aspekt beim nachhaltigen Städtebau ist die Kooperation auf allen Ebenen unter Berücksichtigung von Energieeffizienz, Demografie und Bewohnerbedürfnissen.

 

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