Innenminister Friedrich für stärkere Zusammenarbeit gegen Internetkriminalität

16.05.2011
 

Als „Problem mit historischen Dimensionen“ bezeichnete Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich die Internetkriminalität in seinem Vortrag auf dem Forum „Global Economic Crime“ am 16. Mai auf der Global Business Week in der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt. Nach einer Diskussion über Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung stand die Zunahme der Verbrechen im Internet im thematischen Mittelpunkt des Forums. Als Plattform und Umschlagplatz für nahezu jegliche Art von Kriminalität nimmt das World Wide Web inzwischen eine zentrale Stellung und Schlüsselposition in den Statistiken ein. So steigt nicht nur die Anzahl der gemeldeten Fälle ständig, sondern auch die Höhe des Schadens pro Fall. Ein Problem bei der Erfassung und Bekämpfung ist die hohe Dunkelziffer, die zum einen auf unbemerkten Betrug oder Identitätsdiebstahl zurückzuführen ist und sich zum anderen vor allem im eCommerce auf der Angst vor Image- oder Vertrauensverlust begründet.

„Der Einzug des Internets in fast alle Lebensbereiche ist eine Revolution, die zu einem rasanten Wachstumsschub beigetragen hat. Unsere Aufgabe ist es nun, das Entstandene auch aus Demokratie-Gesichtspunkten zu schützen“, so Friedrich. Dies sei eine globale Herausforderung, die der länderübergreifenden Zusammenarbeit unterschiedlicher Behörden und Spezialisten bedürfe. „Wir brauchen aber auch einen besseren Informationsaustausch zwischen den Behörden und privaten Akteuren sowie die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen dafür“, erklärte Friedrich. Eine Mindestdatenspeicherfrist sei nötig, um die Internetkriminalität ausreichend zu bekämpfen. Nur so können Delikte wie Kinderpornografie, Phishing, Identitätsdiebstahl, digitale Erpressung oder Angriffe auf mobile Endgeräte verfolgt und geahndet werden. Daher rief Friedrich zu mehr Verantwortungsbewusstsein bei Entwicklern und Anwendern auf: „Ein effektives Vorgehen ist nur möglich, wenn die Gesellschaft insgesamt zusammenhält“, erklärte der Minister und betonte, dass ein Misstrauen gegen den Staat dabei nicht zielführend sei. „Das Netz und die Bürger, die sich darin bewegen, werden nicht durch den Staat, sondern durch die Kriminellen bedroht“, fasste Friedrich zusammen und spielte dabei auf die aktuelle Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung an.

Derzeit werde stark in die Ausstattung der Polizei, des Bundes und der Länder sowie in die Rekrutierung von Spezialisten investiert. Ein Cyber-Abwehrzentrum für die schnelle und umfassende Bewertung von Angriffen aus dem Netz und die Erstellung von Handlungsempfehlungen wurde am 1. April  in Bonn eingeweiht. In der aktuellen Entwicklung befindet sich zudem eine interdisziplinäre Informationsaustauschplattform mit dem Ziel, auch auf internationaler Ebene gemeinsam erfolgreich gegen Internetkriminalität vorzugehen. Denn das World Wide Web und die Cyberkriminalität kennen keine Landesgrenzen.




 

 

Ansprechpartner

Telefon:

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488