Nachhaltige Lebensqualität als strategischer Wettbewerbsvorteil für die Positionierung von Städten

16.05.2011

Nicht erst seit dem Sustainability Forum der Global Business Week am 16. Mai in der Frankfurter Industrie- und Handelskammer denkt man in Frankfurt über Nachhaltigkeit nach. Angesichts der dynamischen Entwicklung als Wirtschaftsstandort und Lebensraum begegnet die Main-Metropole dieser besonderen Herausforderung mit wegweisenden Strategien und Maßnahmen. Richteten sich Unternehmen bei der Standortsuche noch vor zehn Jahren vor allem an günstigen Steuersätzen oder einer effizienten Verwaltung aus, sind es heute die weichen Faktoren, die sie dazu bewegen, sich dauerhaft in Frankfurt anzusiedeln.

In seinem Vortrag „Frankfurt 2030“ gab der Stadtrat und Dezernent für Wirtschaft, Personal und Sport der Stadt Frankfurt am Main Markus Frank einen Ausblick auf künftige Standortvorteile: „Der Wind am Arbeitsmarkt hat sich drastisch gedreht“, so Frank. „Wir befinden uns mitten in einem Kampf um die klügsten Köpfe“, erklärte er und führte den Fachkräftemangel in vielen Branchen an. „Die Lebensqualität und die kulturellen Möglichkeiten geben heute den Ausschlag, ob qualifizierte Arbeitnehmer nach Frankfurt kommen oder sich für das Leben in einer anderen Stadt entscheiden“, so Frank. Dies werde auch zunehmend von den Arbeitgebern bei der Standortentscheidung berücksichtigt.

Ein wichtiger Faktor für Unternehmen ist ferner die Minimierung des Energieverbrauchs. „Frankfurt ist auf dem Weg zu einem energieeffizienten Standort“, sagte Frank und führte den Passivhausstandard an, der in Frankfurt bereits seit 2007 gilt. Der Dezernent erinnerte sich an die Diskussionen um das Thema, das sich inzwischen zu einem Standortvorteil in der Metropolregion FrankfurtRheinMain entwickelt hat. Nicht nur die Hochhäuser der Frankfurter Skyline werden zunehmend nachhaltig gebaut und saniert - selbst Frankfurter Wohnungsbaugenossenschaften bauen inzwischen erfolgreich gemäß Passivhausstandard mit Energie-Flatrates. Der Energieverbrauch ist hier so gering, dass sich das Messen nicht lohnt. Beim „Flatrate-Wohnen“ nimmt Frankfurt heute eine ähnliche Vorreiterrolle ein wie 1995. Noch zu Zeiten der Deutschen Bundespost legte man mit privaten Investoren unterirdische Glasfaserkabel. „Eine damals revolutionäre Entscheidung, der es Frankfurt zu verdanken hat, dass aktuell rund 40 Prozent des europäischen Internetverkehrs durch die Stadt geleitet werden“, erklärt Frank. „Die digitale Infrastruktur ist heute mindestens so wichtig für Frankfurt wie der Flughafen.“

Für 2030 hat es sich der Stadtrat zur Aufgabe gemacht, Logistik und Mobilität in der Positionierungsstrategie stärker zu gewichten. „Wir sind nur tagsüber eine Millionenstadt und verzeichnen täglich immense Pendlerströme. Dennoch bricht der Verkehr nicht zusammen“, erläutert Frank das erfolgreiche Ergebnis der Millioneninvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur. „Eine Stadt braucht einen Generalplan, der dafür sorgt, dass die Idee der Nachhaltigkeit fest in allen Bereichen verankert ist“, meint Frank. „Die Diskussion um diesen entscheidenden Aspekt ist nicht nur dem Zeitgeist geschuldet, sondern eine langfristige Überlegung. Wenn Frankfurt diesen Weg weitergeht, werden wir eine Stadt der Zukunft sein.“ Da das Thema Nachhaltigkeit bereits in den meisten europäischen Großstädten angekommen sei, bestehe die nächste Herausforderung für Frankfurt nun darin, zusätzlich besonders auf Lebensqualität zu setzen.

 

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