Hessische Industrie vergibt gute Noten für Fachkräfte und Infrastruktur

Die hessische Industrie schätzt an ihrem Standort vor allem die Qualität der Fachkräfte, die Verkehrsinfrastruktur und die sichere Energieversorgung. Das ergab die Umfrage „Industrie: Deutschlands Motor läuft rund – aber nicht von alleine“ unter Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleistern. Die Studie wurde bundesweit von 66 Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Erhoben wurden die Standortfaktoren aus Sicht der Unternehmer auf einer Skala von 1 („klarer Wettbewerbsvorteil“) bis 6 („nicht wettbewerbsfähig“).

 

Fachkräfte
„Die Studie zeigt, dass Hessen hinsichtlich der Qualität von Fachkräften geringe Standortvorteile hat. Wir müssen uns nunmehr darauf konzentrieren, diesen Vorteil auszubauen“, sagt Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs. Der Qualität der Fachkräfte stellten die hessischen Unternehmen die Note 2,3 aus. Der Studiendurchschnitt lag mit 2,4 leicht darunter.

Weniger positiv bewerteten die hessischen Unternehmen hingegen die Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften. Dieser Standortfaktor erhielt eine glatte 3; studienweit gaben die Unternehmen der Verfügbarkeit von Fachkräften die Note 3,1. „Der Fachkräftemangel ist in Hessen angekommen. In den nächsten fünf Jahren werden mehr als 220.000 Fachkräfte fehlen. Die Unternehmen sind daher gut beraten, auf eigenen Fachkräftenachwuchs zu setzen und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie zur Mitarbeiterqualifizierung zu ergreifen“, sagt der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft. Darüber hinaus sei die Politik gefragt, den Fachkräftemangel einzudämmen, zum Beispiel indem Schüler besser auf technische und naturwissenschaftliche Berufe vorbereitet und Warteschleifen wie das Berufsvorbereitungsjahr abgebaut werden. Auch die gesteuerte Zuwanderung könne dazu beitragen, dass der Wirtschaft mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen.

 

Verkehrsinfrastruktur
„Hessen ist ein Transitland. Unternehmen, die sich hier ansiedeln, profitieren von einem gut ausgebauten Verkehrsnetz“, sagt Gräßle. Entsprechend positiv äußerten sich die Unternehmen zur Verkehrsinfrastruktur. Der Standortfaktor erhielt die Note 2,4 und lag damit knapp über dem Studiendurchschnitt von 2,5. Gräßle betont zugleich, dass sich Hessen auf diesen Lorbeeren nicht ausruhen könne. „Prognosen gehen davon aus, dass der Güterverkehr bis im Jahr 2025 um 70 Prozent zunimmt.“ In alle Verkehrswege – in Schienen, Straßen und Wasserwege - müsse daher weiter investiert werden. Die Unternehmen seien auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen, um pünktlich beliefert zu werden und rechtzeitig ausliefern zu können.

 

Energie
Auf der Prioritätenliste der Standortfaktoren steht bei den Unternehmen insbesondere die Energie ganz oben. Während die Energieversorgungs-sicherheit in Hessen und Deutschland von den Industrieunternehmen einheitlich als gut (Note 2,7) bewertet wird, entwickelt sich die Höhe der Ener-giekosten zunehmend zu einem Standortnachteil. „Die Noten 4,1 für Hessen und 4,2 im Studiendurchschnitt in Deutschland sind ein klares Zeichen dafür, dass sich die Energiekosten mehr und mehr zu einem Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich entwickeln.“ Gräßle betont, dass auch ein Wettbewerbsvorteil wie die Energiesicherheit dieses Problem nicht auffangen könne. Die hessischen IHKs plädierten daher für eine sichere Energieversorgung mit bezahlbaren Energiepreisen.

 

Studieninformationen
Der Studie liegen die Einschätzungen von insgesamt 1.400 Unternehmen zur Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland zugrunde. Die gesamte Umfrage steht zum Download zur Verfügung unter www.dihk.de.
 

 

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