Vorschlag für Energiegipfel: Informations- und Werbekampagne für mehr Energieeffizienzberatung in kleinen und mittleren Unternehmen in Hessen

24.10.2011

 

Mit einer Werbekampagne für mehr Energieberatung und Investitionen in eine höhere Energieeffizienz im hessischen Mittelstand wollen Wirtschaftsorganisationen und Gewerkschaften in Hessen den Energieverbrauch und die Energiekosten in kleinen und mittleren Betrieben senken. Im Rahmen des Hessischen Energiegipfels schlagen die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, der Hessische Handwerkstag, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen gemeinsam vor, dass das Land das RKW Hessen mit einer auf drei Jahre befristeten Informations- und Werbekampagne beauftragt.

Im Rahmen der Kampagne soll das RKW Hessen pro Jahr mindestens 400 intensive Gespräche mit Mittelständlern führen und so jährlich in 150 Unternehmen Energieberatungen und Modernisierungen erreichen. Die Energieberatungen selbst sollen aus bestehenden Programmen gefördert werden wie beispielsweise über die KfW-Energieeffizienzberatung oder das Programm Hessen-PIUS (geförderte Beratung zum Produktionsintegrierten Umweltschutz) des Hessischen Wirtschaftsministeriums. Die Kosten für die neue dreijährige Kampagne werden mit insgesamt 800.000 Euro angegeben.

„Die von Bund und Ländern angestrebte Erhöhung der Energieproduktivität um ein Drittel auf 2,1 Prozent pro Jahr ist äußerst ambitioniert. Um Erfolg zu haben, brauchen wir eine wahre Energieeffizienzrevolution, die einen Wachstums- und Beschäftigungsschub auslösen könnte. Dazu müssen Unternehmen noch konsequenter auf modernste Technik bei Pumpen, Antrieben und Kühlungen setzen“, erklärte VhU-Hauptgeschäftsführer Volker Fasbender.

„In vielen Betrieben ist eine Steigerung der Energieeffizienz technisch und organisatorisch möglich“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern: „Derzeit ist die Bereitschaft zur Energieberatung noch viel zu gering. Wo eine Energieberatung stattfindet, werden in aller Regel auch energetische Modernisierungen vorgenommen, die sich binnen kurzer Zeit rechnen.“

Harald Brandes, Geschäftsführer des Hessischen Handwerkstags, erklärte: „Die hessischen Handwerksbetriebe stehen bereit, um die von Energieberatern aufgezeigten Potentiale für einen geringeren Strom-, Wärme- oder Kältebedarf in den mittelständischen Handwerks-, Industrie- und Handelsunternehmen zu realisieren.“ Er ergänzte, dass auch die Gebäudeenergieberater des Handwerks Betriebe beraten können.

„Das RKW-Hessen verfügt über eine große, ständig aktualisierte Datenbank mit Energieberatern, deren Qualität von den Unternehmen nach Abschluss jeder Beratung bewertet wird. Dies setzt Leistungsanreize für die Berater und erhöht die Akzeptanz bei den Mittelständlern“, sagte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen. Mit der Kampagne solle auch für die Möglichkeit der Information der Mitarbeiter für private Energieeffizienzmaßnahmen geworben werden, so Körzell.

Die vier Organisationen rufen die Landespolitik auf, ihren Vorschlag in das Abschlussdokument des Hessischen Energiegipfels aufzunehmen und außerdem im Rahmen der Beratungen für den Landeshaushalt 2012 zu berücksichtigen.

 

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