Mittelstand braucht Kooperation mit rohstoffreichen Ländern

27.10.2011

„Deutsche Unternehmen besitzen zwar das Know-how zur Herstellung von Touch Screens und Solarzellen. Was der Wirtschaft jedoch fehlt, sind die notwendigen Rohstoffe dafür. Wer wettbewerbsfähig bleiben will, muss daher auf Kooperationen mit Ländern setzen, die über diese Rohstoffe verfügen“, sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, anlässlich der Eröffnung des Mittelstandstages heute in der IHK Frankfurt. Er wies außerdem darauf hin, dass der Mittelstand die Unterstützung der Politik benötige, um derartige Lieferbeziehungen in einem geordneten handelspolitischen Rahmen entwickeln zu können. Vor diesem Hintergrund wies das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf die bestehenden Förderprogramme hin, die den Mittelstand in den Aufbau langfristiger Wirtschaftsbeziehungen einbinden. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sagte zur Eröffnung des Mittelstandstags: „Wirtschaftliche Zusammenarbeit ist der Schlüssel für eine nachhaltige weltweite Entwicklung. Wir binden die deutsche Wirtschaft intensiv darin ein, weil sie über wertvolles Know-how verfügt. Davon können alle profitieren: Die Menschen in unseren Partnerländern bekommen die Chance auf Einkommen und Entwicklung, die deutsche Wirtschaft erhält Zugang zu Rohstoffen und neuen Märkten, und der deutsche Steuerzahler wird entlastet. Diese mehrseitigen Gewinnsituationen wollen wir breitflächig etablieren.“

„Der Mittelstandstag, der heute sein zehnjähriges Jubiläum hat, ist in der Region zur Tradition geworden – er ist in Hessen eine der größten Plattformen für den Informationsaustausch von kleinen und mittelständischen Unternehmen“, sagte der Präsident der IHK Frankfurt am Main weiter. In seiner Rede wies er vor allem auf die künftigen Herausforderungen für die regionale Wirtschaft hin. „Unsere aktuelle Konjunkturumfrage zeigt, dass die Stimmung der Unternehmen gut ist. Es wäre jedoch Augenwischerei zu sagen, das geht weiter so“, betonte Dr. Müller. Neben der europäischen Schuldenkrise gelte das insbesondere für den Mangel an Fachkräften, der ein entscheidendes Hindernis für den weiteren Geschäftsverlauf sei. Den Unternehmern rief er daher zu, der Ressource Personal mehr Aufmerksamkeit zu schenken: „Qualifizierung wird uns auf Dauer nicht vor Finanz- und Wirtschaftskrisen schützen. Aber sie wird uns mit Sicherheit einen dauerhaften Vorsprung verschaffen, wenn sich Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten müssen.“

Von Unternehmensfinanzierung vor dem Hintergrund von Basel III über Cloud Computing bis hin zu Dialogmarketing: Über 1.000 Besucher konnten sich beim diesjährigen Mittelstandstag informieren. In über 25 Foren und Plena diskutierten Experten aus Wirtschaft und Politik gemeinsam mit kleinen und mittelständischen Unternehmern der Region. Die Veranstaltung findet ihren Abschluss mit der Verleihung des Unternehmerpreises „Fokus für Exzellenz“ an Dr. Karl-Gerhard Seifert, Vorsitzender des Aufsichtsrates AllessaChemie GmbH. Gewürdigt wird die unternehmerische Leistung des Preisträgers im Spannungsfeld zwischen Unternehmensgeschichte und erfolgreicher Unternehmenszukunft.

Der Mittelstandstag ist eine gemeinsame Veranstaltung der IHK Frankfurt und dem Kongressveranstalter Convent.

 

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