Spezialisierung hilft im weltweiten Wettbewerb

01.11.2011

Nicht die Größe eines Unternehmens ist der Garant für weltweit erfolgreiche Geschäfte, sondern die Qualität und die Innovationsfähigkeit von Produkten. Vom Potenzial des Mittelstands überzeugten sich heute Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, die IHK-Vizepräsidenten Horst Platz und Horst-Günter Döll sowie Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main. Gemeinsam mit Landrat Michael Cyriax besuchten sie zwei international tätige Unternehmen des Main-Taunus-Kreises.

Die Rundreise führte die Vertreter aus Wirtschaft und Politik zunächst zur Rothenberger AG in Kelkheim. Das hessische Unternehmen entwickelt und fertigt Werkzeuge zur Installation, Bearbeitung, Inspektion und Reinigung von Rohren. Zum Portfolio der Rothenberger AG zählt zudem die Entwicklung und Produktion von Maschinen für die Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kälte-, Gas- und Umwelttechnik. Bereits in den 70er Jahren wagte das Unternehmen, das seit über drei Jahrzehnten in Kelkheim produziert, den Schritt ins Ausland. Heute beschäftigen die weltweit über 50 Rothenberger Gruppengesellschaften 3.000 Mitarbeiter.

Anschließend informierte sich das IHK-Präsidium bei der Diamant Schuhfabrik Otto Müller KG in Bad Soden über das weltweite Geschäft des Familienunternehmens. Vor über 100 Jahren fokussierte sich das Kerngeschäft des Betriebs auf die Herstellung von Schuhen, die der naturgemäßen Form des Fußes entsprachen. Seit 36 Jahren ist der Betrieb, der bereits in vierter Generation geführt wird, auf die Entwicklung und Herstellung von Tanzschuhen spezialisiert. Beliefert werden Kunden in 37 Ländern auf vier Kontinenten.

„Spezialisierte und gut geführte Unternehmen wie Rothenberger Werkzeuge und Diamant Schuhfabrik haben im weltweiten Wettbewerb, aber auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die Nase vorn. Beide Unternehmen stehen stellvertretend für die guten, aber zugleich verhaltenen Geschäftserwartungen der Betriebe in der Region“, sagte Dr. Müller. Derzeit schätze die Mehrzahl der Unternehmen im Main-Taunus-Kreis ihre Geschäftslage noch als gut oder befriedigend ein. Im Vergleich zur Vorumfrage sei der Geschäftsklimaindex um 11 Punkte auf 124 Punkte zurückgegangen. Die europäische Schuldenkrise und die unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft hinterließen im Bereich der Investitionsplanungen und des Exports erste Spuren. Nach wie vor positiv seien die Beschäftigungspläne der Betriebe. „Die Unternehmen wollen Mitarbeiter einstellen. Allerdings erweist sich der Fachkräftemangel als großes Hindernis. Rund 40 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen“, sagte der IHK-Präsident.

Dr. Müller wies darüber hinaus darauf hin, dass der Kreis mit seinem umfangreichen Ausbau von Schulen und Kita-Plätzen bereits an den richtigen Stellschrauben zur Minimierung der Fachkräftelücke gedreht habe. „Damit sich der Kreis auch in den nächsten Jahren weiter so hervorragend entwickelt und noch mehr Unternehmen angesiedelt werden können, sollte daher der Infrastrukturausbau vorangetrieben werden“, betonte Dr. Müller. Insbesondere in der Neuansiedlung von Gewerbe, zum Beispiel in Kriftel an der A66, sowie in einer offensiveren Vermarktung der Kelkheimer Gewerbegebiete Hühnerberg und Münster-Süd sehe er eine Chance für den Standort. „Zusätzliche Potenziale sollten gehoben werden, zum Beispiel durch eine bessere Verzahnung des öffentlichen Personennahverkehrs mit dem motorisierten Individualverkehr. Dafür müssen zusätzliche Pendlerparkplätze in der Region geschaffen werden.“

 

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