Hessischer Energiegipfel schafft aussichtsreiche Grundlagen für Gestaltung der Energiewende

10.11.2011

Mit dem Abschluss des Hessischen Energiegipfels hat das Land eine aussichtsreiche Grundlage für die aktive Gestaltung der Energiewende geschaffen. Die Ergebnisse des Gipfels, die heute in Wiesbaden vorgestellt wurden, stecken brauchbare Eckpunkte für ein abgestimmtes Vorgehen in der Energiepolitik ab. „Der Energiegipfel zeigt einen Weg auf, wie die eingeleitete Energiewende für Hessen und die hessische Wirtschaft zu einer Erfolgsstory werden kann“, sagte Dr. Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern „Den Impuls für Hessen sollten Unternehmen mit zielgerichteter Forschung und Entwicklung und durch Steigerung der Energieeffizienz aufnehmen. Entscheidend für den Wirtschaftsstandort Hessen ist aber auch, dass den Unternehmen bei der Umsetzung der Gipfelergebnisse nicht zusätzliche Lasten aufgebürdet werden.“ Die Umsetzung der Vorhaben dürfe nicht die Kosten für den Wirtschaftsstandort Hessen erhöhen.

Der Energiegipfel habe auch die kritischen Punkte aufgezeigt, die mit dem Erreichen der Energiewende verbunden sind. Dies betreffe unter anderem die Rolle der Kommunen. Die vorgesehene Änderung der Hessischen Gemeindeordnung mit dem Ziel, Kommunen den wirtschaftlichen Betrieb von Energieerzeugungsanlagen und Energieverteilungsanlagen in eigener Trägerschaft zu ermöglichen, lehnen die hessischen IHKs ab. „Die Mitwirkung der Kommunen ist bei der Energiewende unbestritten wichtig. Dies darf allerdings nicht dazu führen, dass sie sich in den Wettbewerb mit privaten Unternehmen begeben“, sagte Dr. Müller. Der Grundsatz „Privat vor Staat“ dürfe nicht aufgehoben werden.

Unter den Ergebnissen des Energiegipfels ist die vereinbarte Förderung von Energieeffizienz aus Sicht der hessischen IHKs positiv zu bewerten. Erfreulich sei es auch, dass der Energiegipfel den Vorschlag der Wirtschaftsorganisationen aufgegriffen habe, die Informations- und Beratungsangeboten für die mittelständische Wirtschaft zu intensivieren und eine „Initiative für Energieberatung im hessischen Mittelstand“ zu starten. Begrüßt wird auch die Feststellung, dass Energiekosten einer der entscheidenden Standortfaktoren für viele hessische Unternehmen geworden sind. Das Augenmerk müsse künftig darauf liegen, die Kostenbelastung durch unvergleichlich hohe Energiepreise zu verringern und dadurch die im internationalen Vergleich ungünstigen Standortkosten für die heimischen Unternehmen zu senken.

Etwas kurz kommt aus Sicht der hessischen IHKs der Hinweis darauf, dass Hessen als Innovations- und Forschungsstandort hohes Potenzial hat. Schließlich biete das Gelingen der Energiewende in Hessen auch gute Chancen, Hessen als Standort für Exzellenz und Technologieführerschaft im Energiebereich zu positionieren.

Die hessischen IHKs haben in den vier Arbeitsgruppen des Energiegipfels mitgewirkt und sagen ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Ergebnisse zu. Unter anderem leisten sie einen Beitrag bei der Stärkung der Kompetenz der Betriebe in Energiefragen. Der Zertifikatslehrgang „EnergieManager“, ein europaweit anerkanntes Produkt der IHK-Organisation, wird in allen Teilen Hessens angeboten. Das Kleinbetriebsmanagementsystem EcoStep, ein zertifizierungsfähiges Managementsystem für  KMU bis 250 Mitarbeiter, soll  um den Aspekt „Energie“ erweitert werden. Mit der jährlichen „Energieeffizienz-Messe“ haben die hessischen IHKs einen Innovationsplatz mit bundesweiter Ausstrahlung  geschaffen, der inzwischen zu einem der am stärksten nachgefragten Branchentreffs für kleine und mittlere Unternehmen geworden ist. Als nächstes werden die hessischen Industrie- und Handelskammern unter dem Jahresthema „Energie und Rohstoffe für morgen“ ein umfangreiches Seminar-, Informations- und Beratungsprogramm auflegen.

 

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