Krippen-Ausbau nicht auf die lange Bank schieben

11.11.2011

Der Rechtsanspruch von Eltern auf ein Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren soll nach dem Willen der hessischen Kommunen später als 2013 gültig sein. Vor diesem Hintergrund fordert Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Industrie- und Handelskammern: „An dem von Bund, Ländern und Kommunen vereinbarten Ziel, bis 2013 für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zu schaffen, muss festgehalten werden. Die Überlegungen der Kommunen, den Krippen-Ausbau auf die lange Bank zu schieben, bedeuten, vielen Eltern den Weg zurück ins Erwerbsleben zu versperren. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel können wir es uns nicht leisten, das berufliche Potenzial vieler Mütter und Väter ungenutzt zu lassen – sie müssen stärker in das Arbeitsleben integriert werden.“

Gräßle betont weiter, dass ein Versorgungsgrad von 35 Prozent die Mindestanforderung sei, vielerorts werde diese nicht ausreichen. Eine Verzögerung, wie sie aktuell diskutiert werde, könne sich Hessen daher nicht erlauben. Der Ausbau des Kita-Angebots muss selbstverständlich mit der Überlegung einhergehen, wie man geeignete Fachkräfte für die Kinderbetreuung rekrutieren könne. „Die Unternehmen sind bei der Fachkräftesicherung schon aktiv geworden – das gleiche erwartet die Wirtschaft von den Kommunen und dem Land Hessen“, sagt Gräßle.

Im Unterschied zum Bund und dem Land Hessen hatte sich der Deutsche Städte- und Gemeindebund angesichts fehlender Betreuungsplätze Mitte dieser Woche dafür ausgesprochen, den Rechtsanspruch von Eltern auf die Betreuung von Kindern unter drei Jahren nicht schon ab 2013 gelten zu lassen. Aufgrund des Fachkräftemangels und der schlechten Finanzausstattung will auch der Hessische Städtetag den Rechtsanspruch verschieben. Er hält einen Anspruch ab 2018 für realistisch. Die vom Bund für den Kita-Ausbau bereit gestellten Investitionsmittel wurden nach Angaben des hessischen Sozialministeriums den Kommunen in vollem Umfang zur Verfügung gestellt, jedoch seien noch nicht alle Mittel beantragt worden.

 

Ansprechpartner

Telefon:

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488