Logistikstandort FrankfurtRheinMain stößt an Grenzen – Ausbau der Verkehrsinfrastruktur gefordert

07.12.2011

Das Land Hessen und die Region FrankfurtRheinMain sind aufgrund ihrer zentralen Lage, in Deutschland und auch in Europa, zu einem der Logistikschwerpunkte der Bundesrepublik geworden. Der Verkehr von und zu den Seehäfen ist dabei schon heute ein enormer Faktor. Die Seehäfen werden darüber hinaus die stärksten Wachstumstreiber für die Verkehrsströme der nächsten zehn und zwanzig Jahre sein. Das Bundesverkehrsministerium prognostiziert, dass der Güterverkehr bis 2025 im Bundesgebiet um über 70 Prozent wachsen wird. Auf der Veranstaltung „Die nationale Bedeutung der Maritimen Wirtschaft und ihre Verflechtungen mit FrankfurtRheinMain" forderten die IHK Nord, die IHK Frankfurt am Main und das IHK-Forum Rhein-Main aus diesem Grunde gemeinsam einen deutlichen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zwischen der Metropolregion FrankfurtRheinMain und den deutschen Seehäfen.

„Hessen ist das wichtigste Transitland der Bundesrepublik. Große Teile des Exportguts gehen über die Seehäfen – und vieles davon stammt aus oder geht durch Hessen," sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, während seiner Begrüßungsrede zur Veranstaltung. „Das, was wir als Metropolregion an Verbindungen in die Welt aufbieten können, reicht bei weitem nicht aus. Ohne Seehäfen, ohne maritime Wirtschaft kann der Standort FrankfurtRheinMain, der mitten in Kontinentaleuropa liegt, seine Stärken nicht voll ausspielen. Wir müssen uns um die weltweit immer stärker verflochtenen Lieferketten bemühen," fügte Dr. Norbert Reichhold, Präsident des IHK-Forums Rhein-Main, an.

„Fast die Hälfte des Umsatzes der Schiffbau- und Offshoreindustrie wird in küstenfernen Bundesländern erbracht. In der Rhein-Main-Region gehören beispielsweise die Herborner Pumpenfabrik, Rittal oder die Norma-Group in Maintal zu den wichtigen Zulieferunternehmen der Maritimen Wirtschaft. Dazu kommen zahlreiche Logistik-Unternehmen, die für eine schnelle und sichere Lieferkette unabdingbar sind", erklärte Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie Koordinator der Bundesregierung für die Maritime Wirtschaft. Mit Blick auf die Häfen der Region mahnte er: „Für den Indus-triestandort Rhein-Main sind die lokalen Häfen in Frankfurt, Hanau oder auch Gernsheim wichtig. Ich betrachte daher mit Sorge, dass Hafenflächen große Begehrlichkeiten bei Wohnungsbauunternehmen wecken. Ich erwarte ein politisches Bekenntnis in Worten und in Taten für die Binnenhäfen in Rhein-Main."

„Die Maritime Wirtschaft ist ein Wachstumsmotor für die deutsche Volkswirtschaft. Sie ist keine Exklusivangelegenheit der Küste, sondern bundesweit mit vielen Branchen eng verflochten", betonte Lothar Geißler, Vorsitzender der IHK Nord und Präsident der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum während der Veranstaltung. Denn zur Maritimen Wirtschaft gehörten nicht nur die deutschen Seehäfen und die dort angesiedelte Industrie, sondern vor allem auch die im Süden beheimatete Schiffbauzulieferindustrie, die zukunftsträchtige Branche der Offshore-Windenergie ebenso wie die forschungsintensive Meerestechnik oder der Maritime Tourismus, so Geißler weiter.

 

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