FrankfurtRheinMain wird leiser, sauberer und gesünder

21.05.2012

 

Was bedeutet es für Mensch und Umwelt, wenn die Metropolregion weiter wächst und ihre Wettbewerbsfähigkeit ausbaut? Dies war die zentrale Frage der Podiumsdiskussion „Metropolen der Zukunft – Der Preis der Wettbewerbsfähigkeit“, die am Montag im Rahmen der Frankfurt Global Business Week in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) stattfand. Die Experten auf dem Podium fanden darauf eine überraschende Antwort: Es sei durchaus möglich, dass FrankfurtRheinMain in 30 Jahren aufgrund veränderter Lebensstile und neuer Technologien noch lebenswerter sein werde als bisher – und dass gleichzeitig die Metropolregion im Standortwettbewerb bestehe.

Wirtschaftswachstum und Lebensqualität scheinen sich in der öffentlichen Debatte häufig zu widersprechen. „Ich wünsche mir Wachstum, das den Menschen dient“, bekundete daher Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus-Kreises, der teilweise unter den Einflugschneisen der Flugzeuge liegt. Im Vorfeld des Flughafenausbaus sei jedoch die gleiche Geldsumme in Umsiedlungsmaßnahmen für Hamster und Käfer geflossen, die das Land Hessen nun für sein Lärmschutzpaket einplane. Hier seien die Prioritäten falsch gesetzt worden, kritisierte Cyriax. Doch Dr. Michael Denkel, Mitglied der Geschäftsleitung des Frankfurter Planungs- und Architekturbüros Albert Speer & Partner GmbH, gab zu bedenken, dass die Region auch stolz sein könne auf den Weltflughafen Frankfurt am Main. Für die Zukunft gelte es nun, Ziele zu definieren und an den richtigen Stellschrauben zu drehen, um diese Ziele zu erreichen. Hier sehe er auch den Flughafenbetreiber Fraport in der Pflicht. „Größe muss dabei jedenfalls nicht das einzige Kriterium sein“, so Dr. Denkel.

Die Proteste gegen den Flughafenausbau sind ein wichtiges standortpolitisches Phänomen, dass im Hinblick auf nationalen und internationalen Wettbewerb immer stärker berücksichtigt werden muss. Auf diese Aussage konnten sich die Diskussionsteilnehmer einigen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Ein wichtiger Faktor sei der demografische Wandel: „Immer mehr ältere Menschen haben genügend Zeit, Lebensqualität einzufordern, während die Jungen eher nach vorne blicken. Diese Entwicklung führt dazu, dass in künftigen Entscheidungsprozessen mehr Transparenz und die Beteiligung der Bevölkerung an Bedeutung gewinnen werden“, erklärte Medien- und Kommunikationsberater und Intendant a.D., Prof. Dieter Weirich. „Und auch die Zeitspanne bis zur Umsetzung eines Projekts muss wesentlich kürzer werden“, ergänzte Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main. Verlässlichkeit gegenüber Bevölkerung und Wirtschaft sei ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb.

Ebenso führten die wachsende Egozentrik der Bevölkerung und der steigende Wohlstand dazu, dass immer weniger Belastungen akzeptiert würden. Dies führe einerseits zu Protesten, anderseits aber auch zu veränderten Lebensstilen und Sichtweisen, erläuterte Dr. Denkel. Langfristig verbessere sich so die Lebensqualität. „Wenn wir in der gesamten Stadt eine Tempo-30-Zone einführen würden, wäre der Lärm in der Stadt wesentlich geringer. Man könnte sogar viele Gebiete bewohnen, wo dies momentan nicht möglich ist. Derzeit ist eine solche Entwicklung noch undenkbar, doch wer hätte vor zehn Jahren erwartet, dass Frankfurt heute in der Endausscheidung bei der Bewerbung um den Green Capital-Titel stehen würde?“

Der Blick über den deutschen Tellerrand zeige, dass FrankfurtRheinMain bereits eine der leisesten, sichersten, saubersten und gesündesten Metropolregionen weltweit sei – bei gleichzeitig hervorragender wirtschaftliche Lage, so Prof. Weirich. Im Übrigen sei das Mediationsverfahren um den Flughafenausbau international als Vorbild für Transparenz und Bürgerbeteiligung bewertet worden. Die Prognose der vier Diskutanten – FrankfurtRheinMain in 30 Jahren – fiel trotz des Fluglärms positiv aus: Die Metropolregion werde im Standortwettbewerb weiter zu den Besten gehören. „Und ganz bestimmt noch lebens- und liebenswerter sein“, fügte Gräßle hinzu.

 

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