19. Berufsbildungsmesse eröffnet: Goldene Zeiten für Bewerber

21.06.2012

Was aussieht, als sei hier ein Zeltlager auf dem Börsenplatz entstanden, ist tatsächlich nichts weniger als der Weg in die Zukunft für über 5.000 Schülerinnen und Schüler, die in den kommenden zwei Tagen eben diese Zelte besuchen werden. Die 19. Berufsbildungsmesse, die unter der Schirmherrschaft der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK), der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main (HWK), der Stadt Frankfurt sowie der Agentur für Arbeit Frankfurt steht, verwandelt den Börsenplatz und das IHK-Gebäude seit heute in eine Informationsplattform für Schüler und Absolventen, die sich über Aus- und Weiterbildungschancen in der Metropolregion FrankfurtRheinMain informieren möchten. Mehr als 100 Aussteller aus den Bereichen Dienstleistung, Handel, Industrie, Handwerk oder Öffentlicher Dienst bieten Einblick in die praktische Seite unterschiedlichster Berufe.

Eröffnet wurde die 19. Berufsbildungsmesse mit einer Podiumsdiskussion, die sich um den Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft und um die beruflichen Chancen der jungen Leute von heute drehte. Dass diese trotz der Euro-Krise unverändert hoch seien, erläuterte Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt: „Die Wirtschaft hat begriffen, dass immer weniger junge Menschen von den Schulen abgehen. Daher haben die IHK-Unternehmen seit einigen Jahren ihre Ausbildungsbereitschaft von der Wirtschaftsentwicklung entkoppelt. Unsere aktuelle Ausbildungsumfrage zeigt: Immer mehr Unternehmen wollen mehr ausbilden und die meisten Unternehmen wollen ihre Azubis übernehmen“. Schließlich seien es längst nicht nur Ingenieure, die der Wirtschaft fehlten, sondern vor allem Fachkräfte aus dem nicht-akademischen Bereich, betonte Gräßle. „Ich appelliere daher insbesondere an alle Realschüler: Bewerbt euch für eine duale Ausbildung, anstatt eine weiterführende Schule zu besuchen. Die Wirtschaft braucht euch jetzt und bietet Weiterbildungsmöglichkeiten, die gleichwertig zu akademischen Abschlüssen sind!“

Und nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Stadt braucht engagierte junge Nachwuchskräfte. Laut Uwe Becker, Kämmerer der Stadt Frankfurt, sind derzeit bei der Stadt 300 Auszubildende beschäftigt. „Darüber hinaus investiert die Stadt massiv in Bildung. Derzeit gibt die Stadt 540 Millionen Euro für Bildung aus, und in den nächsten Jahren wird dieser Betrag auf bis zu 600 Millionen steigen. Ich bin der Meinung: In die Zukunft investiertes Geld ist gut investiertes Geld“, betonte Becker.

Eine duale Ausbildung im Handwerk ist ‚sexy‘ – davon zeigte sich Dr. Christof Riess, Hauptgeschäftsführer der HWK Frankfurt-Rhein-Main, überzeugt. „Hier haben die jungen Menschen genauso viele Möglichkeiten wie im akademischen Bereich. Ich sage immer: Ein Fleischermeister kann ein guter Arzt werden!“ Zudem stiegen in Zeiten des Fachkräftemangels insbesondere die Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, denn „wir schauen nicht darauf, wo die Menschen herkommen, sondern wo sie hinwollen. Im Handwerk haben bereits 30 Prozent der Azubis einen ausländischen Pass oder eine Migrationsgeschichte“.

Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt, ging noch einen Schritt weiter. Auch Lernschwächere könnten sich zunehmend über Einstellungen freuen: „Es gibt zahlreiche ausbildungsbegleitende Hilfen für lernschwächere Azubis und auch für die Betriebe, die diese ausbilden“, erläuterte Huth. Generell hätten die Ausbildungsberater der Arbeitsagentur jedoch einen schweren Stand, wenn es um die Bewerbung der dualen Ausbildung gehe. „Der Trend geht immer noch zur akademischen Ausbildung“, berichtete Huth von den Erfahrungen der Berufsberater der Arbeitsagentur. „Ich hoffe, dass Imagekampagnen wie die Lange Nacht der Industrie der IHK oder der Dachdeckerbus der HWK dies mittelfristig ändern werden.“

Diesen Eindruck bestätigte auch Silvia Bouffier-Spindler, Leiterin des Staatlichen Schulamts für die Stadt Frankfurt. Die guten Einstiegschancen für Jugendliche hätten sich auch bei den Schulen herumgesprochen, die mit Kooperationsanfragen von Unternehmen überhäuft würden. Allein in den Köpfen der Schüler und Eltern komme der Paradigmenwandel noch nicht an. „Der Zustrom in die akademische Bildung steigt weiter“, berichtete Bouffier-Spindler. Auch die Berufsbildungsmesse werde hoffentlich einen Beitrag dazu leisten, Schüler und Eltern aufzuklären.

Noch bis zum Samstag, dem 23. Juni 2012, können die jungen Besucher die Gelegenheit nutzen, auf der 19. Berufsbildungsmesse mit Unternehmensvertretern, Ausbildern und Azubis ins Gespräch zu kommen. Dabei können sie aus erster Hand erfahren, welche Voraussetzungen sie für Ausbildung oder (duales) Studium mitbringen sollten, welche Inhalte hinter den Berufsbezeichnungen stecken und auch, auf welchen Wegen sie zu ihrem Traumjob gelangen können. Parallel zur Berufsbildungsmesse finden in den Räumen der IHK Frankfurt Vorträge und Trainings statt – zu einigen Veranstaltungen kann man sich noch unter www.bbm24.de anmelden. Der Besuch der Messe ist kostenfrei.

 

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