Fachkräftemangel und Konjunktur sind Risiken des Großhandels

09.08.2012

Die Drähte des Großhandels laufen in FrankfurtRheinMain zusammen: Rund 30 Prozent des hessischen Großhandelsumsatzes werden in Frankfurt sowie in den Kreisen Hochtaunus und Main-Taunus erwirtschaftet. „Damit ist der IHK-Bezirk, zu dem die Stadt Frankfurt sowie die Kreise Hochtaunus und Main-Taunus gehören, Hessens Handels-Champion“, sagt Dr. Jürgen Ratzinger, Geschäftsführer International der IHK Frankfurt am Main. Johannes Erhart, Gesellschafter der Erhart KG, einem Fachgroßhandel für Haustechnik, und Vorsitzender des IHK-Großhandelsausschusses, betont, dass die Branche allerdings auch mit Risiken zu kämpfen habe. Dazu gehörten neben dem Fachkräftemangel und dem Strukturwandel die konjunkturelle Schieflage einiger europäischer Staaten.
 

Insbesondere in den letzten Jahrzehnten hat sich Frankfurt zu einem der leistungsfähigsten Handelsplätzen in Deutschland entwickelt. „Die Verkehrsdrehscheibe FrankfurtRheinMain mit ihrem internationalen Flughafen spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Erhart. Über der Branche hänge jedoch wie bei vielen anderen Branchen das Damoklesschwert des Fachkräftemangels. „In den nächsten Jahren werden in Hessen etwa 8.000 Fachkräfte im Großhandel, davon 500 Einkaufs- Vertriebs- und Handelsberufe, fehlen. Diesem Defizit will der Handel verstärkt mit der Ausbildung junger Fachkräfte und flexiblen Arbeitszeitmodellen begegnen.“
 

Auf die Herausforderung des Strukturwandels, der dadurch gekennzeichnet ist, dass Industrie und Einzelhandel aus Kostengründen die Stufe des Großhandels umgehen, reagiert der Großhandel mit einem zusätzlichen Angebot an Dienstleistungen. Dazu gehören neben just-in-time-Lieferungen für die verarbeitende Indu­strie beispielsweise Lieferantenkredite und das Angebot an eigenen Ausstellungen für Kunden.
 

„Mit Blick auf die Lage in Europa ergibt sich eine weitere Herausforderung für den Großhandel: die konjunkturelle Schwäche in einer Reihe von europäischen Staaten“, sagt Erhart. Aufgrund der weltweiten Unsicherheiten, die in den letzten Wochen zugenommen haben, wächst die Befürchtung, dass sich auch die deutsche Wirtschaft dem konjunkturellen Abwärtstrend nicht mehr entziehen kann. „Das bestätigen einige Rückmeldungen von Großhändlern aus unserem IHK-Bezirk.“
 

Negative Auswirkungen des Nachtflugverbots auf die Geschäftstätigkeit des Großhandels könne die Branche allerdings bislang nicht ausmachen. „Die Flexibilität des Großhandels ist derzeit noch hoch genug, sodass die Auswirkungen des Nachflugverbots kompensiert werden können“, unterstreicht Erhart. Die Wirtschaft werde jedoch genau beobachten, wann sich Verkehrsströme wie veränderten.

 

Ansprechpartner

Telefon:

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488