Mobiler Wirtschaftsstandort ohne Öl – funktioniert das?

24.09.2012

Für die Region FrankfurtRheinMain zählt Mobilität zu einem der wichtigsten Standortvorteile. Doch steigende Rohstoffpreise zeigen, dass langfristig ein Umdenken in der Mobilität nötig ist und Alternativen zum Öl erschlossen werden müssen. Wie der Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain mit dieser Herausforderung umgehen kann, diskutierten am Montag Abend knapp 200 Gäste in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) bei der Veranstaltung „Szenario 2030: Mobilität ohne Öl?“, die gemeinsam mit der HA Hessen Agentur GmbH, dem House of Logistics & Mobility (HOLM), der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. und der Wirtschaftsförderung Frankfurt am Main ausgerichtet wurde.

 

„‘Mobilität ohne Öl‘ – dieses Stichwort wird in Diskussionen stets mit folgenden Aussagen in Verbindung gebracht: Ohne Öl keine Gütermobilität, kein Wachstum, weniger Wohlstand“, erläuterte Dr. Andreas Freundt, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Frankfurt. „Die Selbstverständlichkeit unserer Mobilität sorgt für Umweltprobleme, weil die Energie fürs Fortbewegen bisher fast ausschließlich aus fossilen Brennstoffen stammt.“ Allerdings sei es fraglich, ob seitens der Politik immer mit strengen Auflagen und Abgaben, wie etwa Umweltzonen, City Maut, Luftverkehrssteuern reagiert werden müsse, anstatt diese Arbeitsenergie für effizientere Mobilitätskonzepte mit alternativen Antrieben zu verwenden, kritisierte Dr. Freundt. „Aktuell stehen Technik und Leistungsfähigkeit der erneuerbaren Energien noch auf dem Prüfstand. Es ist deshalb wichtig, sich nicht nur auf eine Antriebstechnologie zu konzentrieren. In Zukunft sollte ein ausgewogener Mix aus den unterschiedlichen Antriebstechnologien, wie Strom, Kraftstoffe mit Biokomponenten, Hybridantrieb oder Brennstoffzelle neben Öl und Gas, verfügbar sein.“

 

„Unsere Veranstaltung zeigt, wie wichtig der Wirtschaft die Reflexion über Alternativen zur bisherigen rohstoffintensiven Mobilität ist“, begrüßte Dr. Bernd Schuster, Referent Mobilität, Logistik, Nachhaltigkeit im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, die Initiative der IHK Frankfurt. „Vor dem Hintergrund der Endlichkeit der weltweiten Ölvorkommen tun wir in der Tat gut daran, uns frühzeitig mit der Elektromobilität – einer der Mobilitätsformen der Zukunft – zu befassen. Wer Zukunft denkt, der stellt sich nicht mehr die Frage des ‚Ob‘ der alternativen Antriebe, sondern nur noch des ‚Wann und Wie‘“.

 

Experten wie Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch (Head of Marketing, EBS Business School), der internationale Verkehrsberater Dr. Axel Friedrich sowie Sally Kneeshaw (Lead Expert, Urban EVUE Network) gingen anschließend der Frage nach, welche Alternativen es zu Benzin und Diesel gibt, wie andere Länder E-Mobilität vorantreiben und welchen Beitrag die Wirtschaft zur nachhaltigen städtischen Mobilität leistet. Über die Fachvorträge diskutierten angeregt neben Prof. Esch Uwe Deller (Leiter Technik Kommunikation, Adam Opel AG), der Frankfurter Stadtrat und Wirtschaftsdezernent Markus Frank, Gerd Lottsiepen (Verkehrspolitischer Sprecher, Verkehrsclub Deutschland) und Patrick Schnell (Leiter Tankstellen Netzentwicklung, Total Deutschland GmbH).

 

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