Versorgungsengpässe und Stromkosten dürfen nicht den Wirtschaftsstandort gefährden

27.09.2012

 

Vor der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main hat IHK-Präsident Dr. Mathias Müller erneut vor sinkender Versorgungssicherheit und steigenden Energiepreisen gewarnt. „Versorgungssicherheit ist ein Standortvorteil geworden, weil viele andere Länder dies nicht in dem Maß sicherstellen können. Blackouts in den USA oder auch Kanada sind berüchtigt. Doch auch in vielen europäischen Ländern sind die Ausfallzeiten deutlich höher als bei uns. Deutschland ist noch eine Insel der Versorgungssicherheit. Wir müssen mit Nachdruck dafür sorgen, dass dies so bleibt!“, forderte Dr. Müller. Bekanntermaßen könnten die Erneuerbaren Energien noch nicht komplett die konventionellen Erzeugungsarten ersetzen, fuhr der IHK-Präsident fort. „Wenn wir nun einerseits die konventionellen Kapazitäten einmotten und andererseits noch keine schlüssige Versorgung mit Erneuerbaren Energien hinkriegen, dann droht uns hier eine Lücke!“ Dr. Müller warnte davor, dass diese Lücke für Alle spürbar sein werde – spätestens dann, „wenn wir ein paar Mal in der Woche unsere Rechner pausieren lassen, weil der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint!“

 

Neben der Versorgungssicherheit identifizierte Dr. Müller steigende Preise als zweiten Knackpunkt beim Thema Energie. So werde die EEG-Umlage weiter steigen und damit die Belastung der Unternehmen und Verbraucher weiter zunehmen. Zwar werde dies auch die Anstrengungen zur Verbesserung der Effizienz und zur Senkung des Stromverbrauchs verstärken. Aber in der Summe dürften die Energiekosten „nicht zu einem negativen Standortfaktor werden, der dann bei Investitions- und Standortentscheidungen dazu führt, dass das Wachstum von Unternehmen außerhalb von Deutschland stattfindet.“ Die Politik müsse erkennen, dass das einzigartig gut funktionierende Energieversorgungssystem in der Bundesrepublik auch unter

den Vorgaben der Energiewende nicht gefährdet und die Energiewende nicht zu einer weiteren Kostenlawine für die Wirtschaft werden dürfe.

 

Mit diesen Worten stimmte Dr. Müller die Vollversammlung auf den 11. Oktober ein. An diesem Tag findet in der IHK Darmstadt eine erste Bilanz der hessischen Energiewende statt, die vor einem Jahr von der Landesregierung im Dialog mit zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen inklusive den IHKs vereinbart worden war. Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter www.darmstadt.ihk.de/energiewende.

 

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