IHK Frankfurt – Stromsteuern auf das europäische Mindestmaß senken und Reduzierung der Fördersätze vorantreiben

19.10.2012

Die erneute Verteuerung von Strom durch die Anhebung der Umlage für Erneuerbare Energien bringt nach Ansicht der IHK Frankfurt vor allem für kleine und mittlere Unternehmen eine starke Belastung. „Der Mittelstand hat keine Aussicht auf eine Befreiung von der EEG-Umlage und kann nicht wie internationale Konzerne seine Standortkosten durch Produktionsumschichtungen verbessern“, sagte IHK-Präsident Dr. Mathias Müller zu der in dieser Woche bekannt gegebenen Anhebung von 3,6 auf 5,3 Cent je Kilowattstunde ab Beginn des nächsten Jahres. „Strom ist für viele Unternehmen eines der wichtigsten Produktionsmittel. Besonders die kleinen Unternehmen können kein Verständnis mehr für die Stromkosten-Steigerung aufbringen.“
 

Die IHK Frankfurt setzt sich für eine Senkung der Stromsteuer ein. Diese Steuer wurde 1999 erstmals erhoben und schöpft bei einem Regelsteuersatz von 2,05 ct/ kwh rund 7 Mrd. Euro ab. Um die Mehrbelastung, insbesondere der kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu senken, sollte die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß abgesenkt werden", sagte Dr. Müller.
 

Zudem sollte die eingeleitete Reduzierung von Fördersätzen für die Erneuerbare Energie weiter gehen. „Der Kompromiss, der in diesem Jahr zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium erzielt wurde, kann nicht das letzte Wort gewesen sein“, sagte Dr. Müller. Die Marktverzerrungen durch langfristige Einspeisegarantien für Erneuerbare Energieerzeugung müssten schneller reduziert werden als das bisher geplant ist. Zudem sollte Hessen im Bundesrat weiter dafür sorgen, dass die steuerpolitischen Voraussetzungen geschaffen werden, um die erforderliche Steigerung der energetischen Sanierungsquote im Gebäudebestand auf 2,5 bis 3 Prozent pro Jahr zu erreichen.


Die hessischen IHKs haben zusammen mit den Handwerkskammern und anderen Wirtschaftsverbänden die hessische Initiative zur Energieberatung für den Mittelstand vorangetrieben. „Energieeffizienz ist für unsere Mitgliedsbetriebe ein Top-Thema! Bei der Energieeffizienz-Messe im August in Frankfurt haben wir fast 3000 Teilnehmer gezählt, das übersteigt alle bisherigen Zahlen und zeigt das riesige Interesse der Unternehmen an stromsparenden Verfahren und Lösungen.“ Zudem arbeiten viele Unternehmen, insbesondere auch Industriebetriebe, seit Jahren erfolgreich an der Senkung des Stromverbrauchs bzw. an der Steigerung der Effizienz. Auch hat ein Großteil der energieintensiven Unternehmen bereits freiwillig Energiemanagementsysteme implementiert.

 

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