Finanzplatz und Metropolregion zentrale Themen des Jahresempfangs 2013

22.01.2013

„Der Finanzplatz Frankfurt ist eines unserer wertvollsten Assets", sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, im Rahmen seiner Eröffnungsrede zum traditionellen Jahresempfang vor rund 1.700 Gästen am Dienstag Abend in der IHK Frankfurt. Denn erst durch das symbiotische Zusammenwirken von Finanzwirtschaft und Realwirtschaft seien die Unternehmen international wettbewerbsfähig. Der IHK-Präsident warnte vor Überregulierung, die dem Finanzplatz schade. „Aus Einzelfällen dürfen sich keine generellen Verdachtsmomente bilden, die zu Überregulierung führen." Insbesondere vor diesem Hintergrund forderte Dr. Müller eine Rückkehr zu neuer Sachlichkeit im Umgang mit der Finanzwirtschaft.


„Gleichzeitig erwarte ich von der Branche ein klares Bekenntnis zum Standort. Dazu gehört auch ein stärkeres Engagement im Hinblick auf die Zusammenarbeit in der Region," betonte der IHK-Präsident. Zwei Jahre nach der Novellierung des Ballungsraumgesetzes zog er ein eher zwiespältiges Zwischenfazit hinsichtlich der Verfasstheit der Metropolregion. „Die Standortmarketinggesellschaft der Region beispielsweise war als Ansiedlungsmagnet gedacht. Jetzt droht ihr das Abstellgleis." Die Region FrankfurtRheinMain brauche jedoch eine verbindliche Form der Zusammenarbeit. Dr. Müller räumte zudem ein, dass sich alle Beteiligten noch mehr Unterstützung von den starken Unternehmen der Region versprochen hätten.

Angesichts des Status quo des Standortmarketings sagte der IHK-Präsident: „Unter der Federführung der Wirtschaftsorganisationen Handwerkskammer Frankfurt- Rhein-Main, Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) und IHK Frankfurt biete ich den politischen Vertretern des Regionalverbandes ein Mediationsverfahren zur Neuordnung der Wirtschaftsförderung an."

 
„Das dringlichste Projekt – die Finanzunion – nimmt allmählich Gestalt an", sagte EZB-Präsident Mario Draghi, der in seiner Rede insgesamt eine positive Bilanz für das vergangene Jahr zog. Die Finanzunion bezeichnete Draghi als den wichtigsten Integrationsschritt seit dem Vertrag von Maastricht. Zudem seien Fortschritte hin zu einem gemeinsamen Abwicklungsmechanismus für nicht überlebensfähige Banken in Planung. Der EZB-Präsident ließ keinen Zweifel daran, dass die EZB im Rahmen ihres Mandats alles tue, um die Stabilität des Euro zu wahren. „Nur eine Währung, deren Zukunft nicht im Zweifel steht, kann stabil sein."  Mit Blick auf das Jahr 2013 machte Draghi klar, dass die Reformbemühungen –  trotz erzielter Fortschritte und sichtbarer Anpassungen – beibehalten werden müssen. „Die Politiker und Menschen in den betroffenen Ländern müssen Durchhaltevermögen beweisen, vor allem im Hinblick auf Strukturreformen zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit." Dass die EZB künftig die gemeinsame Bankenaufsicht im Euroraum übernimmt, wertete Draghi als eine weitere Würdigung Frankfurts als Finanzzentrum.    

 
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erklärte: „Die IHK ist ein unverzichtbarer Partner für die Frankfurter Unternehmen und verleiht der Wirtschaft eine starke Stimme“. Zu Beginn des neuen Jahres könne Hessen auf eine ausgezeichnete Bilanz 2012 blicken. „5,7 Prozent Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt – das ist der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Hessens Wirtschaft brummt und diese Landesregierung wird weiterhin die politischen Rahmenbedingungen so gestalten, dass unser Wohlstand erhalten bleibt“, betonte Bouffier. Ohne den hessischen Mittelstand sei dieser Erfolg nicht möglich, führte der Ministerpräsident weiter aus. „Das Rückgrat unseres wirtschaftlichen Erfolges ist und bleibt unser Mittelstand“, so der Regierungschef. Im Hinblick auf den demografischen Wandel sagte Volker Bouffier: „Wir müssen das hessische Potential an Fachkräften aktivieren – das hat für diese Landesregierung Priorität. Allerdings werden wir auch im Ausland gezielt um qualifizierte Fachkräfte werben“, erklärte der Ministerpräsident. „Ich wünsche den Frankfurter Unternehmen ein erfolgreiches Jahr 2013 – wir haben es gemeinsam in der Hand“, so Bouffier abschließend.

 
Oberbürgermeister Peter Feldmann dankte allen Unternehmern, die sich am Standort Frankfurt engagieren, und bekräftigte die Wirtschaft darin, auch weiterhin in Frankfurt zu investieren. Zudem hob Feldmann in seiner Rede die Bedeutung der Region insbesondere im Bereich Wohnungsbau hervor. Um die Wohnraumnachfrage zu befriedigen, sei die Stadt auf Kooperationen mit den Nachbargemeinden angewiesen. Als gutes Beispiel nannte Feldmann Bauprojekte der ABG-Holding im ehemaligen Nordhafen Offenbachs. Optimierungspotenzial sieht der Oberbürgermeister beim regionalen Standortmarketing. Derzeit analysiere die Stadt, welche Themen und Bedarfe es in der Region FrankfurtRheinMain gebe, um daraus Entscheidungen für ein regionales Standortmarketing abzuleiten.

 

 

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