Energiedebatte: Wer die Industrie weiter schröpft, schneidet sich ins eigene Fleisch

30.01.2013

„Das Einfrieren der Ökostromumlage für zwei Jahre wäre ein lobenswerter Schritt, um die Kostenbelastung für die Wirtschaft zu dämpfen“, sagt Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs, vor dem Hintergrund des Vorschlags von Bundesumweltminister Peter Altmaier. Mit Blick auf eine längerfristige Entlastung der Wirtschaft fordern die hessischen IHKs jedoch vielmehr eine Senkung der Stromsteuer.

 

„Eine bessere Alternative als die EEG-Umlage einzufrieren, ist die Senkung der Stromsteuer. Eine Senkung dieser Steuer um 50 Prozent könnte zu einer Verringerung des Strompreises um 1 Cent je Kilowattstunde (Cent/ kWh) führen“, sagt Gräßle. Während die Stromsteuer im Jahr 1999 noch bei 0,77 Cent/ kWh lag, betrug der Regelsteuersatz 2012 bereits 2,05 Cent/ kWh. Immerhin 30 Prozent des Strompreises sind staatlich verursachte Kosten.

 

Wie wichtig eine Entlastung der Wirtschaft sei, zeige ein Blick auf internationale Standortwettbewerber wie die USA. Mit zwei bis drei Cent/ kWh liegt der Strompreis dort deutlich unter dem Preis, den Unternehmen in Deutschland zahlen müssen. Neben den italienischen zählen die deutschen Industriestrompreise in allen Verbrauchsklassen zu den höchsten in Europa. „Die hiesige Energiepolitik beschneidet die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Für die Unternehmen sind die Energiepreise das Sorgenkind Nummer 1.“ Dass die Ausgleichsregelung für energieintensive Unternehmen auf den Prüfstand muss, wie Bundesminister Altmaier es fordert, hält Gräßle für den falschen Ansatz. „Wer die Industrie weiter schröpft, schneidet sich ins eigene Fleisch. Die industrielle Wirtschaft ist eines unserer Zugpferde. Wenn die Energiepolitik nicht nachbessert, werden immer mehr Unternehmen ihre Investitionen in kostengünstigere Länder verlagern.“    

 

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