Wirtschaft in Frankfurt am Main blickt optimistisch ins neue Jahr

01.02.2013

„Die konjunkturelle Abkühlung zum Jahresende 2012 hat keine allzu tiefen Spuren hinterlassen: 90 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer im IHK-Bezirk Frankfurt am Main berichten zum Jahresbeginn 2013 von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage. Nach zuletzt fallenden Erwartungen steigt zu Jahresbeginn der Anteil der Optimisten. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen rechnen 2013 mit einer günstigeren oder gleichbleibenden Entwicklung ihrer Geschäfte“, kommentiert Dr. Ralf Geruschkat, Chefvolkswirt der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2013 der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main unter rund 2.600 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis sowie der Stadt Frankfurt am Main. „Neben den allgemeinen Erwartungen haben sich vor allem die Exportpläne der Unternehmen deutlich verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die mit fallenden Exporten rechnen, sinkt um neun Prozentpunkte. Damit planen 95 Prozent mit steigenden oder gleichbleibenden Ausfuhren.“

 

Geschäftsklima. Das IHK-Geschäftsklima liegt aktuell bei 118 Punkten (ein Wert von 100 Zählern bildet die Grenze zwischen positiver und negativer Grundstimmung). Dieser Anstieg um zwei Zähler im Vergleich zur Vorumfrage ist vor allem auf die optimistischeren Erwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer zurückzuführen. 23 Prozent der Betriebe rechnen aktuell mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten. Im Herbst des Vorjahres waren es noch 22 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die rückläufige Geschäfte erwarten, hat hingegen um zwei Prozentpunkte auf 16 Prozent abgenommen. Die aktuelle Geschäftslage wird nach wie vor als solide beurteilt. Der Anteil der Unternehmen, die von einer guten Geschäftslage berichten, hat leicht von 40 auf 41 Prozent zugenommen. Gleichzeitig beurteilen nur noch zehn Prozent ihre Lage als schlecht – in der Vorumfrage waren es noch elf Prozent.

 

Exporte. 95 Prozent der Unternehmen erwarten steigende oder gleichbleibende Ausfuhren in den kommenden Monaten. Diese Zunahme um neun Prozentpunkte wird maßgeblich von der dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft getragen. Zusätzlich stabilisierend wirkt die weiter zunehmende Bedeutung der Schwellenländer als Absatzmärkte für die regionale Wirtschaft.

 

Investitionen. Die Investitionsplanungen der Unternehmen verbleiben auf einem guten Niveau. Nahezu jedes fünfte Unternehmen plant, seine Investitionsaktivitäten zu verstärken. Der Anteil der Betriebe, die ihre Investitionsausgaben reduzieren wollen, ist um zwei Prozentpunkte, auf nunmehr 19 Prozent gestiegen. Als Funktionsschwerpunkt bei ihren geplanten Auslandsinvestitionen benennen 58 Prozent der Betriebe Vertrieb oder Kundendienst. Mehr als die Hälfte der Unternehmen will damit nicht auf das Qualitätssiegel „Made in Germany“ verzichten und investiert vor allem in den Absatz in Deutschland produzierter Güter im Ausland. Die Zielländer für Auslandsinvestitionen liegen nach wie vor hauptsächlich in der Europäischen Union. Als Einzelstandorte werden aber China (29 Prozent) und Russland (22 Prozent) von den Unternehmen am häufigsten benannt.

 

Beschäftigte. Der Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Monaten stabil entwickeln. Rund 82 Prozent der Unternehmen wollen ihre Belegschaft konstant halten oder neue Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Nur 18 Prozent planen mit weniger Personal.

 

Branchen. Die Stimmung in den Industrieunternehmen ist insgesamt gestiegen. Die aktuelle Lage hat sich stabilisiert. Nach wie vor berichten 88 Prozent der Betriebe von guten oder befriedigenden Geschäften. Die Erwartungen haben sich deutlich verbessert. 15 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstigere Geschäftslage – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte im Vergleich zur Vorumfrage. Zugleich sinkt der Anteil der Industrieunternehmen, die zukünftig schlechtere Geschäfte befürchten, um satte 13 Prozentpunkte auf nur noch 15 Prozent. Die Industrie wird damit zum Hoffnungsträger für eine rasche konjunkturelle Belebung zum Jahresbeginn 2013.

 

Die Stimmung im Baugewerbe stabilisiert sich auf hohem Niveau. 48 Prozent der Unternehmen schätzen die derzeitige Geschäftslage als gut ein, ein Plus von 14 Prozentpunkten. Das weiterhin niedrige Zinsniveau und die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien aufgrund ihrer stabilen Wertentwicklung, lässt 70 Prozent der Unternehmen eine gleichbleibende Geschäftslage erwarten.

 

Nur noch 35 Prozent der Einzelhändler bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, nach 40 Prozent in der Vorumfrage. Der Anteil derjenigen, die ihre Geschäftslage als schlecht einstufen, ist um zwei Prozentpunkte auf 17 Prozent gesunken. Die Erwartungshaltung hat sich leicht verbessert. 79 Prozent der Unternehmen gehen von einer besseren oder gleichbleibenden Geschäftsentwicklung in der Zukunft aus. Optimisten und Pessimisten halten sich mit jeweils 21 Prozent wieder die Waage.

 

55 Prozent der Unternehmen im Finanz-, Kredit- und Versicherungsgewerbe berichten im Jahr vier nach der Finanzkrise von guten Geschäften (Gesamtdurchschnitt: 41 Prozent). Drei Prozent bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Das ist ein Prozentpunkt weniger als in der Vorumfrage. Allerdings trüben sich die Erwartungen der Branche für die Zukunft ein. Nur noch 19 Prozent erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäfte (minus zwei Prozentpunkte) und 16 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus (plus drei Prozentpunkte). Die Beschäftigtenzahlen am Bankenplatz Frankfurt werden weiter zurückgehen. 26 Prozent planen den Abbau von Personal (plus fünf Prozentpunkte) und nur noch elf Prozent wollen neue Stellen schaffen (minus neun Prozentpunkte).

 

Die Branche der Personenbezogenen Dienstleistungen verzeichnet eine klare Verbesserung ihrer aktuellen Geschäftssituation. Nach Zunahme um zehn Prozentpunkte bezeichnen 36 Prozent der Betriebe ihre derzeitige Geschäftslage als gut. Auch die Zahl der Personenbezogenen Dienstleister, die für die Zukunft bessere oder gleichbleibende Geschäfte erwarten, ist um sieben Prozentpunkte auf 91 Prozent gestiegen.

 

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