Bei Zweifeln fundierte Beratung

6.02.2013

Die Zentrale Studienberatung der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM), das Hochschulteam der Agentur für Arbeit und Ausbildungsberater(innen) der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main haben ein gemeinsames Beratungsangebot für Studierende entwickelt. Es spricht diejenigen an, die sich unsicher sind, ob sie mit einem Studium den richtigen Weg gewählt haben. Der gemeinsame Info-Flyer ist am 6. Februar 2013 bei einem Pressegespräch vorgestellt worden.

Die FH Frankfurt betrachtet das Beratungsangebot als Teil ihres Bildungsauftrags. „Wir wollen, dass unsere Studierenden ihr Studium erfolgreich beenden. Dazu gehört es, wenn sich Studierende in einer schwierigen Situation befinden oder vom Umfeld nicht entsprechend gefördert werden, qualifizierte Beratung und Unterstützung anzubieten“, erklärt FH-Präsident Dr. Detlev Buchholz. „Zu diesen Situationen zählen auch Zweifel darüber, ob das gewählte Studienfach das Richtige ist, oder es wird das Studium grundsätzlich als Ausbildungsoption in Frage gestellt. Uns ist es ein besonderes Anliegen, hier gemeinsam mit Partnern frühzeitig tragfähige Alternativen anbieten zu können. Damit schaffen wir eine Win-win-Situation: zweifelnde Studierende erschließen sich neue Perspektiven, Unternehmen können auf qualifizierte und motivierte Bewerberinnen und Bewerber zugreifen und auch die Hochschule profitiert, denn die Option Studium kann gerade nach einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung in einer späteren Lebensphase aufgegriffen werden. Wir stellen uns damit der Verantwortung für unsere Studierenden und verstehen das Beratungsangebot als Teil unserer Aktivitäten, lebenslanges Lernen zu fördern.“

"Wir möchten natürlich die Studierenden nicht auffordern, das Studium abzubrechen, aber nicht jeder eignet sich zu einem Studium, ist ein Kopfmensch und sitzt gerne vor den Büchern. Manche sind Praktiker, für die sich eine Ausbildung besser eignet. Die Arbeitsagentur berät auch bereits Studierende, welche Ausbildung auf Grund der Neigungen und Fähigkeiten am ehesten in Frage kommt. Der Anteil der Abbrecher steigt seit Jahren, ein Studienabbruch wird so gesehen immer alltäglicher. Aber manchmal ist auch ein frühzeitiger Wechsel des Studienganges eine Alternative. Unsere Fachkräfte informieren über alternative Studiengänge und auch über spätere Beschäftigungschancen. So haben die jungen Menschen auch noch nach Beginn des Studiums Gelegenheit eine andere Berufsplanung einzuschlagen“, ergänzt Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt.

„Studienaussteiger sind bei den Unternehmen willkommen“, fügt Michael Krieger, Vorsitzender des IHK Berufsbildungsausschusses und Leiter Abteilung Personalpartner bei der Frankfurter Sparkasse, hinzu. „Sie wissen, was sie wollen und kennen ihre Stärken. Deshalb sind Studienaussteiger oft überdurchschnittlich engagiert.“ Der weit verbreiteten Annahme, eine Entscheidung gegen das Studium mindere die Karrierechancen, widersprach Krieger: „Zum einen rechnet der Ausbildungsbetrieb beim Umstieg die Studiensemester an, so dass die Ausbildungsdauer sich verkürzt. Zum anderen qualifiziert man sich auch nach der abgeschlossenen Berufsausbildung gezielt und umfassend weiter und kommt auf der Karriereleiter nach oben.“ Hierfür gebe es etwa bei der Frankfurter Sparkasse zahlreiche Beispiele.

Vertreter(innen) der drei beteiligten Institutionen haben einen Flyer erarbeitet, der nähere Informationen und vor allem Ansprechpartner(innen) nennt. Er liegt in den beteiligten Institutionen aus. So sollen Studierende frühzeitig auf Beratungsangebote aufmerksam gemacht werden, um unnötigen Zeitverlust durch einen langen Studienverlauf und eine Verfestigung persönlicher Notlagen zu vermeiden. Betroffenen sollen neue Perspektiven vermittelt werden, die auch auf eine Studien-Neuorientierung oder eine Berufsausbildung zielen können.

Die beteiligten Projektpartner verfolgen das Ziel, die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte durch kompetente Beratung zu fördern. Die FH Frankfurt setzt sich mit verschiedenen Maßnahmen vor allem dafür ein, die Betreuung von Studierenden, aber auch die Vorbereitung auf das Studium im Sinne einer engen Kooperation mit Schulen und einer guten Aufklärung von Studieninteressierten zu verbessern. Aufgrund des Fachkräftemangels suchen die IHK und die Agentur für Arbeit Frankfurt auch junge Menschen ohne Abschluss, da diese zukünftigen Mitarbeiter(innen) durchaus gute berufliche Chancen haben.

„Wir würden uns freuen, wenn dieses Projekt Nachahmer finden würde. Das Thema Studienzweifler bzw. –aussteiger betrifft schließlich alle Hochschulen gleichermaßen“, so Buchholz.

Den Anstoß für das Projekt lieferte eine Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, Studienzweifler(inne)n und -aussteiger(inne)n Alternativen zu einem Studium anzubieten.

Weitere Informationen unter:

www.fh-frankfurt.de/studienberatung
www.frankfurt-main.ihk.de/berufsbildung
www.arbeitsagentur.de

 

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