Portugal auf dem Rückweg aus der Krise

1.03.2013

Portugal durchläuft gegenwärtig eine schwere Krise. Die umfangreiche Reformagenda, die das Land – abgesichert von Stabilisierungsmaßnahmen der EZB und des europäischen Rettungsschirms – aufgelegt hat und derzeit abarbeitet, eröffnet neue Perspektiven und die Chance auf ein nachhaltiges Wachstumsmodell für die portugiesische Volkswirtschaft. Den aktuellen Stand des Reformprozesses stellte heute der Botschafter der Portugiesischen Republik, S.E. Luis de Almeida Sampaio, in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK) vor.

„Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass bereits vorhandene strukturelle Probleme, wie zum Beispiel die geringe Produktivität in Portugal und nicht tragfähige öffentliche Finanzen, noch verstärkt wurden“, analysierte S.E. de Almeida Sampaio vor Vertretern von Wirtschaft und Politik. Auch mit Unterstützung durch EU-Mittel zeige die Kombination aus Haushaltskonsolidierung, struktureller Transformation und der Reduktion von Schulden jetzt bereits erste Wirkung: „Im Vergleich zu 2010 konnten wir das Defizit um 53 Prozent senken“, erklärte der Botschafter, „die Zahlungsbilanz von Waren und Dienstleistungen war im vergangenen Jahr erstmals seit 60 Jahren wieder im Plus, und auch das Bankensystem stabilisiert sich. Das Vertrauen, das Anleger den portugiesischen Banken schenken, lag im Januar um sechs Prozent höher als bei irischen Banken“. Diese Indizien würden dafür sprechen, dass Portugal gestärkt aus der Krise hervorgehe.

„Ich kann Ihnen versichern: Deutsche Unternehmen blicken mit großer Sympathie auf die Reformbemühungen in Portugal“, betonte Dr. Roland Gerschermann, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main. „Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Portugal und Deutschland sind traditionell eng. Unternehmen wie Siemens sind schon seit über 100 Jahren im portugiesischen Markt aktiv. Aus Hessen ist zum Beispiel das Unternehmen Leica seit über vier Jahrzehnten erfolgreich in Portugal engagiert“. Deutschland sei – nach Spanien – Portugals wichtigster Handelspartner. Erst im letzten Jahr sei der portugiesische Export nach Deutschland um sechs Prozent gestiegen. „Die deutsche Wirtschaft wird deshalb nach Kräften den Erneuerungsprozess in Portugal unterstützen“, so Dr. Gerschermann.

 

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