Unternehmen halten Export-Lokomotive unter Dampf

05.03.2013

Viel besser als gedacht – so lautet das Fazit der hessischen Exportwirtschaft im Hinblick auf das vergangene Jahr. „Die hessischen Exporteure sind gut durch das vergangene Jahr gekommen. Vor allem die breite Aufstellung auf den Weltmärkten hat dafür gesorgt, die schwache Entwicklung auf den europäischen Märkten wett zu machen“, sagte Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, anlässlich der Vorstellung der aktuellen Exportzahlen.

 

Auftrieb erhielt die hessische Exportwirtschaft im vergangenen Jahr durch die Nachfrage aus den USA. Der scharfe Absatzrückgang in Südeuropa wurde durch das boomende USA-Geschäft weitgehend kompensiert. Angesichts stabiler Hauspreise, sinkender privater Schulden und einer Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt zogen der private Konsum und die Investitionstätigkeit der Unternehmen in den USA wieder an. Positiv entwickelte sich zudem die Ausfuhren nach Russland und die Türkei. Einen regelrechten Schub erlebten die hessischen Exporte außerdem nach Korea (+10%), Australien (+9) und Japan (+15%).

 

In Frankreich, Benelux, Polen und der Schweiz zeigten sich die Märkte hingegen stabil. Einen teilweise deutlichen Nachfragerückgang verbuchten die Einfuhren nach Südeuropa, China und Indien. Die Exporte nach Portugal, Spanien, Italien und Griechenland brachen insgesamt um mehr als acht Prozent ein. Die Einfuhren nach China waren mit minus 3,8 Prozent und nach Indien mit minus 11 Prozent rückläufig. Insgesamt konnten die Ausfuhren der hessischen Unternehmen in 2012 auf dem Wert von 55 Milliarden Euro praktisch auf Vorjahresniveau gehalten werden.

 

Für 2013 sind die hessischen Exportunternehmen weitestgehend optimistisch. Wie die Konjunkturumfrage der hessischen IHKs zeigt, erwarten aktuell nur noch fünf Prozent der Unternehmer einen Rückwärtstrend im Auslandsgeschäft – im Herbst 2012 waren es noch 14 Prozent. „Die Lokomotive Exportwirtschaft bleibt unter Dampf“, sagte Dr. Müller. Auch die Investitionspläne der Unternehmen zeigten, dass die Bedeutung des Auslandsgeschäftes weiter zunimmt. Die Unternehmen wollen vor allem in den Vertrieb heimischer Güter im Ausland investieren.

 

Mit Sorge verfolge die IHK vor diesem Hintergrund die Pläne der Europäischen Kommission, die für den Ursprung von Waren neue Regeln einführen möchte. „Wenn sich die EU-Kommission durchsetzt, wird es in vielen Fällen das Label ‚Made in Germany‘ bald nicht mehr geben. Die deutsche Kammerorganisation kämpft im Sinne der Mitgliedsunternehmen gegen diesen bürokratischen Irrsinn“, so der IHK-Präsident.

 

Das Auslandsgeschäft spielt für hessische Industriebetriebe eine tragende Rolle: Knapp über die Hälfte des Umsatzes erzielten hessische Exporteure in 2012 im Ausland, bei Betrieben im IHK-Bezirk Frankfurt waren es sogar 59 Prozent. Zu den wichtigsten Akteuren der hessischen Exportbranche zählen die chemische und pharmazeutische Industrie. Ihr Exportanteil am Umsatz beträgt satte 72 Prozent. „Die Exporterfolge der hessischen Wirtschaft sichern Arbeitsplätze in Hessen. Eine Abwanderung der Arbeitsplätze in das Ausland beobachten wir nicht. Die Produktion im Ausland erfolgt in der Regel nur, wenn der Markt sich nicht vom Heimatland aus bearbeiten lässt“, betonte Dr. Müller.

 

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