222 neue Fachkräfte für Hessen

02.04.2012

 

Seit einem Jahr arbeiten die hessischen Industrie- und Handelskammern mit der IHK FOSA (Foreign Skills Approval) in Nürnberg zusammen, um Migranten, aber auch Menschen im Ausland, einen Einstieg oder eine Weiterentwicklung als Fachkraft zu ermöglichen. Mit der Gründung der IHK FOSA haben die deutschen IHKs eine professionelle Institution geschaffen, die bundesweit einheitliche Aussagen über die Gleichwertigkeit von Berufsabschlüssen aus allen Ländern der Welt mit deutschen IHK-Berufen trifft. Anlass zur Gründung der IHK FOSA war die Einführung des Berufsqualifizierungs-Feststellungsgesetzes, mit dem vor einem Jahr Migranten einen Rechtsanspruch auf zügige Bewertung ihrer ausländischen Berufsabschlüsse erhalten haben. „Im ersten Jahr ihrer Existenz hat die IHK FOSA schon vielen Menschen ihren beruflichen Weg verbessert und zahlreich neue Fachkräfte für den Arbeitsmarkt identifiziert. Denn zwei Drittel der bundesweit 2300 Anfragenden wurde die vollwertige Gleichwertigkeit mit dem deutschen Referenzberuf bescheinigt“, erläutert Dr. Brigitte Scheuerle, Federführerin Berufliche Bildung der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern (ARGE).  

Die meisten inländischen Anträge stammen bisher aus Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Hessen steht mit rund 300 Anträgen an vierter Stelle. Von diesen rund 300 Anträgen sind derzeit 222 bereits bearbeitet worden. 72 haben eine volle und 150 eine teilweise Gleichwertigkeit zu ihrem im Ausland erworbenen Beruf bescheinigt bekommen.

Die bisherigen Antragsteller bei der IHK FOSA haben ihre Ausbildungen in rund 100 Ländern der Welt absolviert. Viele Antragsteller kommen aus Polen, der Türkei und Russland. Als Staatengruppen dominieren die GUS-Staaten und die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens. Insgesamt wurden von den Antragstellern bisher rund 130 verschiedene Referenzberufe beantragt. Dabei dominieren die kaufmännischen Berufe vor den gewerblich-technischen Berufen. Direkt aus dem Ausland wurden 60 Anträge gestellt, darunter waren unter anderem auch Anträge aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und der Türkei. Mehr als die Hälfte der Antragsteller sind Frauen. Fast die Hälfte der Antragsteller sind zwischen 30 und 39 Jahre alt. Damit geht die Rechnung des Gesetzgebers auf, der mit dem Berufsqualifizierung-Feststellungsgesetz zu einem weiteren Fachkräfte-Reservoir für den Arbeitsmarkt führen wollte. Allerdings sind noch längst nicht alle Potenziale gehoben. "Es muss sich erst einmal herumsprechen, dass nun endlich eine Anerkennung möglich ist", sagt Dr. Scheuerle. „Dann werden viel mehr Menschen diese Chance ergreifen.“

 

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