Neue Wege im Wohnungsbau der Metropolregion

11.04.2013

Für die Schaffung günstiger Wohnangebote für Fachkräfte in der Wachstumsregion FrankfurtRheinMain hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK), Professor Dr. Mathias Müller, neue Wege in der Wohnungspolitik zur Diskussion gestellt. „Als Zuzugsregion müssen wir den qualifizierten neuen Fachkräften günstige Wohnungen anbieten können und dafür innovative Konzepte prüfen“, sagte Prof. Dr. Müller bei einem Pressegespräch. Zu den möglichen Wegen zählten interkommunale Kooperationen auf dem Wohnungsmarkt in der Region, gemischte Quartiere in frei finanzierten und geförderten Wohnungen, eine sozialgerechte Bodennutzung zwecks Mobilisierung von Bauland in der Region, eine maßvolle Verdichtung in der Stadt Frankfurt sowie die Entwicklung von Konzepten für den „intelligenten Geschosswohnungsbau“.

Nach den Worten von Jürgen Conzelmann, Mitglied der IHK-Vollversammlung und Vorstandsvorsitzender der Haus & Grund Frankfurt, sollten insbesondere die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften die Entwicklung von Wohnungen des unteren Preissegments vorantreiben. Der nun zusammengeführte „Runde Tisch Wohnen“ von Stadt Frankfurt und Regionalverband FrankfurtRheinMain sei ein richtiges und wichtiges Signal und solle zu einer besseren Koordination regionaler Bemühungen führen. Weiterhin plädierte Conzelmann für eine maßvolle Verdichtung bestehender Strukturen, insbesondere für den Ausbau von Dachgeschossen. Nach Berechnung von Haus und Grund könnten so zwischen 8.000 und 10.000 zusätzliche Wohnungen alleine in Frankfurt entstehen.

Frankfurt am Main hat im vergangenen Jahr die Marke von 700.000 Einwohnern überschritten. Prognosen gehen bis zum Jahr 2020 von einem weiteren Anstieg auf mindestens 725.000 Einwohner aus. Dieser Zuzug sorgt für eine wachsende Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt. Die Preise für Mieten und Eigentumswohnungen erreichen daher regelmäßig neue Spitzenwerte. Der Trend zu immer mehr Single-Haushalten verschärft das Problem zusätzlich.

In der Region zeichnet sich zugleich ein zunehmender Fachkräftemangel ab. So schätzen die Industrie- und Handelskammern, dass die Fachkräftelücke von aktuell rund 100.000 fehlenden Fachkräften auf bis zu 260.000 fehlenden Fachkräften im Jahr 2030 ansteigen wird. Zwischen den Metropolregionen wird daher ein zunehmender Wettbewerb um die weniger werdenden Fachkräfte entbrennen.

In den Metropolregionen Hamburg und München ist die Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in den letzten Jahren stärker gestiegen als in FrankfurtRheinMain. „Möglicherweise liegt dies auch an den dortigen städtebaulichen Konzepten für günstige Wohnungen“, vermutete Prof. Dr. Müller. Der Region FrankfurtRheinMain müsse es gelingen, bezahlbare Wohnangebote für die dringend benötigten Fachkräfte zu schaffen, auch um einem möglichen „Sylt-Effekt“ vorzubeugen, sagte der IHK-Präsident. Auf Sylt können sich die dort Beschäftigten aufgrund der Preise auf dem Wohnungsmarkt häufig keine Wohnungen mehr leisten.

In der Region sollte eine Internationale Bauausstellung durchgeführt werden, um tragfähige Modelle für eine neue Verbindung von Wohnen – Arbeiten – Leben in der Metropolregion zu realisieren.


Die Gedankenanstöße zu dem Pressegespräch resultieren aus dem Frankfurter Immobilien-Kolloquium der IHK Frankfurt, das am 20. November 2012 stattfand.  Eine ausführliche Dokumentation findet sich unter www.frankfurt-main.ihk.de/immobilien-kolloquium.

 

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