IHK Frankfurt warnt vor Schieflage bei Berufsorientierung

Drei Viertel aller Azubis in Frankfurt kommen nicht aus der Stadt. „Frankfurt ist ein Magnet für Azubis aus dem ganzen Bundesgebiet“, stellt Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK), fest. Allerdings zeigt sich darin auch eine Schieflage in der Berufsorientierung der Schulabgänger in der Stadt. „Frankfurter Schülerinnen und Schüler sehen ihre Chancen nicht auf dem Frankfurter Ausbildungsmarkt – obwohl dieser seit Jahren die besten Aussichten in ganz Hessen bietet. Nur jeder vierte Auszubildende bei IHK-Unternehmen in Frankfurt kommt auch aus der Stadt“, sagt Dr. Scheuerle. Bei einer Podiumsdiskussion über Bildungspolitik anlässlich der Global Business Week warnt die IHK Frankfurt deshalb vor einem Missverhältnis zwischen Ausbildungsplatzangebot und Berufs- und Studienorientierung.

Der Wirtschaft im Bezirk der IHK Frankfurt fehlen derzeit 70.000 Fachkräfte, davon mehr als 80 Prozent mit beruflicher Ausbildung. Für fast jedes dritte Unternehmen im IHK-Bezirk stellt der Fachkräftemangel ein wirtschaftliches Risiko dar. „Vor diesen Erkenntnissen kann die Berufs-und Studienorientierung an Schulen nicht Halt machen“, betont Dr. Scheuerle. „Schulen wie auch Eltern sollten den jungen Menschen realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufzeigen. Dazu gehört unbedingt, auf Karrierewege mit beruflicher Bildung hinzuweisen.“

Die IHK Frankfurt warnt davor, bei der Berufs- und Studienorientierung von Realschülern und Abiturienten in Stereotypen zu denken. „Längst nicht alle Abiturienten studieren und die meisten Realschüler sind bei der Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz nicht chancenlos“, sagt Dr. Scheuerle. Demnach haben 40 Prozent aller IHK-Azubis ein Abitur, weitere 40 Prozent beginnen ihre Ausbildung mit Realschulabschluss. Zu den Arbeitsmarktchancen und -anforderungen für Jugendliche bietet die IHK Frankfurt Lehrern und Eltern Informationsveranstaltungen an.

 

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