Internationalisierung des Renminbi (RMB) – Chancen für Frankfurt

03.07.2013

 

Wirtschaftsminister Rentsch will stärkere Rolle Frankfurts im Chinahandel

Der Hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch strebt für den Finanzplatz Frankfurt eine stärkere Rolle im Handel mit China an: „Frankfurt muss in der Eurozone führender Standort für die Abwicklung von Geschäften in der chinesischen Währung Renminbi werden“, sagte der Minister am Mittwoch bei der Konferenz „Internationalisierung des Renminbi“ in der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Von einem Renminbi-Zentrum in Frankfurt würde insbesondere die Realwirtschaft profitieren: „Dank sinkender Transaktionskosten werden der deutsch-chinesische Handel und Investitionen weiter wachsen.“

Nach einer aktuellen Studie der Commerzbank empfehlen mehr als 40 Prozent der befragten deutschen Unternehmen die Einrichtung eines Offshore Renminbi Center Frankfurt. Davon versprechen sich die Teilnehmer der Studie einen beschleunigten Zahlungsverkehr, schnellere Kapitalaufnahmen, weniger Administration und eine Bündelung ihres Zahlungsverkehrs in Deutschland. Um die internationale Akzeptanz des Renminbi weiter zu erhöhen, ist allerdings noch einiges zu tun: "Die Studie zeigt, dass die meisten der befragten Unternehmen mittelfristig zwar mit steigenden Direktinvestitionen und Umsätzen in China rechnen. Allerdings werden regulatorische Hürden wie die Foreign Debt Quota oder die Begrenzung von Zinsen und Dividenden in Festlandchina als Hemmschuh gesehen. Zudem wünschen deutsche Unternehmen mehr Transparenz und Rechtssicherheit bei Renminbi Transaktionen", so Andries Hendriksen, Head of Corporate Finance Asia bei der Commerzbank. "An diesen Themen sollten chinesische und deutsche Experten gemeinsam arbeiten, damit ein starkes Fundament für ein Offshore Renminbi Center Frankfurt geschaffen wird.

Staatsminister Rentsch unterstrich: „Frankfurt ist der Standort für die internationale Finanzwirtschaft und Sitz der EU-Finanzinstitutionen. Frankfurt ist Deutschlands wichtigster Finanzplatz.“ Als Finanz-Hub der Eurozone biete die Stadt ideale Voraussetzungen für ein Zentrum der RMB-Geschäftsabwicklung.

Zur weiteren Positionierung Frankfurts ist eine Initiativgruppe gegründet worden, die unter Federführung des Hessischen Wirtschaftsministeriums von Frankfurt Main Finance koordiniert wird. Dieser Initiativgruppe gehören Vertreter der der Industrial and Commercial Bank of China, der Bank of China, der Deutschen Bank, der Commerzbank der Helaba, der Deutschen Börse sowie der Messer Group und Volkswagen an. Diese für weitere Interessierte offene Arbeitsgruppe wird die Impulse der Konferenz aufgreifen und Initiativen zur Erleichterung der Renminbi-Geschäftsabwicklung entwickeln.

Minister Rentsch kündigte zudem an, im November mit einer Wirtschaftsdelegation nach China zu reisen, um dort vertiefende Gespräche zu führen.

Raettig betont unterstützende Rolle der Finanzwirtschaft

Dr. Lutz Raettig, Vizepräsident der IHK Frankfurt und Präsident von Frankfurt Main Finance, betonte die unterstützende und dienende Rolle der deutschen Finanzwirtschaft bei der Vertiefung der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen: „Diese enge Verbundenheit des Finanzsektors mit der Industrie ist eine Besonderheit, wie sie an anderen Finanzplätzen in Europa so nicht zu finden ist.“ Sie habe zu einem erheblichen Teil zur Stabilität des Finanzplatzes Frankfurt selbst in den schwersten Zeiten der Finanzkrise beigetragen. Raettig: „Als Vertreter der Frankfurter Finanzwirtschaft darf ich Ihnen sagen, dass wir uns zu dieser bewährt engen Partnerschaft mit der Industrie bekennen.“

„Dass bisher nur knapp zehn Prozent des chinesisch-deutschen Handels in Renminbi abgewickelt werden zeigt, welche Chancen für alle Beteiligten im Ausbau des Renminbi-Handelszentrums Frankfurt liegen“, sagte Raettig. Entfalle der US-Dollar als Zwischenwährung und steige die Liquidität im Handel, würden die Währungs-, Risiko- und Absicherungskosten deutlich sinken, was zu bedeutenden Einsparungen führen und den wechselseitigen Handel weiter intensivieren dürfte.

Der deutsche Mittelstand, so Raettig, finde großen Respekt in China, und deutsche Unternehmen seien immer unter den Ersten gewesen, wenn es darum ging, mit China Geschäft zu machen. „Es wird Zeit, diese als traditionell gut zu bezeichnenden Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben“, schloss Raettig.

Bei der Konferenz „Internationalisierung des Renminbi“ haben sich heute in der IHK Frankfurt Repräsentanten aus Politik, Industrie und Finanzwirtschaft getroffen, um die Perspektiven des Renminbi-Handels in Frankfurt zu diskutieren. Ausrichter der mit über 300 Teilnehmern besuchten Konferenz sind das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main sowie die Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. Neben Wirtschaftsminister Florian Rentsch und Dr. Lutz Raettig sprachen u.a. seine Exzellenz, Shi Mingde, der Botschafter der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland, sowie Vertreter der People’s Bank of China, der chinesischen Zentralbank.

In der Errichtung eines „Offshore RMB Center“ in Frankfurt am Main sahen verschiedene Konferenzteilnehmer eine große Chance für die deutsche Wirtschaft, denn Kredit und Investments in der chinesischen Währung Renminbi (RMB) gewinnen rasant an Bedeutung. Zahlen des Transaktionsdienstleisters Swift zeigen die Dynamik des Trends: Im Mai wurden 8,2 Prozent der Zahlungen zwischen China und Deutschland in Renminbi abgewickelt, gegenüber 4,8 Prozent im April und nur 2,4 Prozent im Mai 2012. Angesichts dieser Entwicklung könnte der Anteil nach einer Schätzung von Frankfurt Main Finance weiter auf rund 30 Prozent steigen.

 

 

E-Book zur Konferenz

Zum Anschauen des E-Books können Sie sich das E-Book-Leseprogramm von Adobe herunterladen.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Anne Stephanie Waldeck Unternehmenskommunikation stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 069 2197-1584Fax: 069 2197-1488

E-Book zur Konferenz

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488