Engpass in der Stromversorgung in RheinMain verhindern

06.09.2013

 

Die IHK Frankfurt am Main hat die Energiewirtschaft und die Genehmigungsbehörden aufgefordert, einen Engpass in der Stromversorgung in der Rhein-Main-Region mit allen Mitteln zu verhindern. „Der Strom muss in Rhein-Main sicher verfügbar sein, der Winter darf die Wirtschaft unserer Region nicht stoppen!“ sagte der Präsident der IHK Frankfurt am Main, Prof. Dr. Mathias Müller. Am Vortag hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, erklärt, dass das Versorgungsrisiko für die Region steigen werde, weil eine Kapazität von 250 Megawatt nicht mehr zur Verfügung steht. Grund dafür ist, dass das Kraftwerk Staudinger vom Netz genommen wurde und vom Versorger EON nicht mehr wieder in Betrieb genommen wird.

„Nun müssen die Bundesnetzagentur und die Landesregierung dringend nach Alternativen suchen und sicherstellen, dass es hier keinen Brownout gibt!“ sagte der IHK-Präsident. Die Bundesnetzagentur hatte in der Vergangenheit bereits auf ein erhöhtes Risiko hingewiesen, insbesondere südlich des Mains, und auf Lücken im Netzausbau hingewiesen.

Am Strom hängen Branchen, die nicht nur für Frankfurt wichtig sind, etwa die Börse, die Banken, der Flughafen und der europäische Datenverkehr. „Viele kleine Industriebetriebe haben keine Anlagen, um die Stromausfälle kurzfristig auszugleichen. Wenn aber noch der Finanzplatz Frankfurt und der Internetknoten Frankfurt stillstehen würden, hätten wir ein Thema von internationaler Tragweite“, sagte der IHK-Präsident.

In einer aktuellen bundesweiten Umfrage unter IHK-Mitgliedern haben sich viele Unternehmen mittlerweile skeptisch geäußert, was die Qualität der öffentlichen Versorgung für die Zukunft betrifft. Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) gibt an, dass die Bedeutung von Störungen der Stromversorgung noch einmal zugenommen hat. In 16 Prozent der Betriebe gab es demnach Ausfälle unter drei Minuten, also solche, die in den offiziellen Statistiken nicht erfasst werden. Ausfälle über drei Minuten wurden von zwölf Prozent der Unternehmen verzeichnet. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. In fast jedem zehnten Betrieb kam es aufgrund der Unterbrechungen zu Schäden. Bereits ein relativ kurzer Strom- oder Gasausfall kann für ein Unternehmen einen durchschnittlichen Schaden von 10.000 Euro verursachen.

Der Trend zur Eigenversorgung hält bei den Unternehmen unvermindert an; dafür sorgen steigende Preise für den Strombezug aus dem öffentlichen Netz sowie Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit rund um die Uhr. Der Anteil der Unternehmen, die Maßnahmen zur Eigenversorgung realisiert haben, ist der Umfrage zufolge in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als die Hälfte von zehn auf 16 Prozentpunkte gestiegen. Der Trend zur Eigenerzeugung wird weiter anhalten. Nur noch drei von fünf Unternehmen sagen, dass Eigenerzeugung für sie derzeit keine Option darstellt.

Die IHK Frankfurt veranstaltet zu dem Thema „Vision energieautarke Fabrik – Industrie in der Energiewende“ am 10. September 2013 im Rahmen der 6. EnergieEffizienz-Messe eine Podiumsdiskussion. Unter dem Stichwort „Skyline ohne Strom“ wird die IHK Frankfurt die Mitgliedsunternehmen im IHK-Bezirk auf die zunehmend wichtige Vorsorge gegen Stromausfälle hinweisen.

 

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