Frankfurter Industrieabend im Römer

28.10.2013

 

Die Industrie ist für Frankfurt am Main sowohl ein bedeutender finanzieller Faktor als auch ein wichtiger Arbeitgeber für rund 70.000 Beschäftigte. In der Region Rhein-Main arbeiten sogar fast 600.000 Beschäftigte in der Industrie. Am Montag begrüßten Oberbürgermeister Peter Feldmann und IHK-Präsident Prof. Mathias Müller rund 200 Gäste aus unterschiedlichen Industriebranchen, darunter auch produzierende Handwerksbetriebe sowie Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften im Römer. Der Frankfurter Industrieabend ist der zentrale jährliche Dialog zwischen der Stadt Frankfurt am Main und der IHK Frankfurt am Main mit dem produzierenden Gewerbe.


„Die Industrie ist ein Wirtschaftszweig, der erheblich zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Vielfalt, Stabilität und Internationalität der Stadt beiträgt. Die langfristigen und umfangreichen Investitionen, die von der Industrie in Frankfurt am Main getätigt werden, sind von großer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort. Ich freue mich auch über das hohe Engagement vieler Unternehmen, Verantwortung unter anderem auch im kulturellen Umfeld zu übernehmen“, lobte Feldmann und begrüßte zudem als aktuelles Vorzeigeprojekt das Clariant Innovation Center, das in dieser Woche eröffnet wird. Feldmann hob den von der Wirtschaftsförderung bearbeiteten Masterplan Industrie hervor: „Mit dem Masterplan intensivieren wir den Dialog mit der Industrie in Frankfurt am Main und bringen eine langfristige Strategie auf den Weg. Mit wegweisenden Infrastrukturprojekten entwickeln wir zum Beispiel schon seit vielen Jahren die industrienahe Infrastruktur permanent weiter.“ Der Oberbürgermeister wies damit auf das Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie, den Digital Hub FrankfurtRheinMain und das House of Logistics and Mobility hin. Den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Frankfurt am Main bezeichnete Feldmann als Voraussetzung für den Wandel zu einer Industrie 4.0. Die Wirtschaftsförderung arbeite auf den industriepolitischen Handlungsfeldern Planung und Flächenmanagement in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt und werde noch dieses Jahr ein Planungsbüro beauftragen, um für die in Frankfurt am Main industriell und gewerblich genutzten Flächen ein räumlich-funktionales Entwicklungskonzept zu entwickeln.


„Die Industrie braucht Fachkräfte und Fachkräfte brauchen Wohnraum. Aber die Industrie braucht auch Flächen. Das ist – verkürzt dargestellt – der Zielkonflikt, mit dem sich die Frankfurter Wirtschaft befassen muss und der nicht allein von der Politik gelöst werden kann. Deswegen beteiligt sich die IHK Frankfurt auch am Masterplan Industrie. Vom Masterplan Industrie erhoffen wir uns Antworten auf die Frage, wie sich die berechtigten Interessen der Bevölkerung mit denen der Industriebetriebe vereinbaren lassen. Die Industrie kann in unserer Metropolregion auf Dauer nur erfolgreich sein, wenn die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Wichtig ist insbesondere, dass die Industrie mehr Akzeptanz für ihre Standorte und Projekte findet“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main.


In seinem Vortrag „Ein neues Bild der Industrie? Kommunale Industriepolitik als Brückenschlag zwischen Vision und Wirklichkeit“ knüpfte Prof. Lindner, Professor für Wirtschaftsgeographie an der Goethe-Universität, an die derzeit weit verbreiteten Beschreibungen eines fundamentalen Wandels industrieller Produktion an. Die „Smart Factory“, die „vierte industrielle Revolution“ oder „Industrie 4.0“, die hybride Verschmelzung von Industrie und Dienstleistungen oder das mit dezentraler Produktion verknüpfte „Internet der Dinge“ seien nicht nur Diagnosen gegenwärtiger Veränderungen, sondern zugleich auch Visionen für eine Industrie der Zukunft. Dem stellte er die Ergebnisse einer umfassenden Befragung der Frankfurter Industriebetriebe gegenüber, die von einer Forschungsgruppe des Instituts für Humangeographie der Goethe-Universität im Rahmen der Arbeit an einem neuen Masterplan Industrie durchgeführt worden war. Der Brückenschlag zwischen Gegenwartsdiagnose und Vision, der die Aufgabe einer zukunftsfähigen kommunalen Industriepolitik sei, müsse dabei immer beides – konkrete Standortbedürfnisse ebenso wie allgemeine strukturelle Umbrüche – im Blick behalten. Die derzeitigen Umbrüche im Bereich der industriellen Produktion und der Industriearbeit sowie insbesondere auch deren öffentliche Wahrnehmung stellten für die Industriepolitik ein Window of Opportunity dar, wie es seit vielen Jahren nicht mehr bestanden habe.

 

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