Magnetwirkung Frankfurts aufrechterhalten - Immobilienkolloquium: Mietpreisbremse bleibt umstritten

20.11.2013

Die Attraktion von Frankfurt für Arbeitskräfte zu erhalten ist angesichts der demografischen Veränderungen eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre. Beim Immobilienkolloquium der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main wies IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller darauf hin, dass zwischen 2006 und 2011 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Frankfurt jedes Jahr um knapp 6.000 und im selben Zeitraum die Einwohnerzahl im Schnitt jährlich um rund 6.500 Personen zugelegt habe. Bei den Zuzüglern handele es sich also überwiegend um Arbeitnehmer. „Frankfurt ist es gelungen, über die Stadtgrenzen hinaus eine Magnetwirkung zu entfalten.“

Die gute Nachricht ist: Keine deutsche Stadt ist hinsichtlich der drei maßgeblichen Faktoren Internationalität, Innovationskraft und Infrastruktur so gut aufgestellt wie Frankfurt am Main.

Beispiel Internationalität: Der Anteil ausländischer Studenten in Frankfurt beträgt 17,3 Prozent – so viel wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Dass Menschen, die hier ausgebildeten werden, auch in der Region Arbeit finden können, belegt der vergleichsweise hohe Anteil ausländischer sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in den Unternehmen. Mit einer Quote von 15,6 Prozent liegt Frankfurt nahezu gleichauf mit München (16 Prozent). „Eine hohe Arbeitsmarktpartizipation bei Ausländern trägt in einer zunehmend globalisierten Ökonomie dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit dieser Region zu sichern. Während andernorts von Parallelwelten die Rede ist, wird hier Integration längst gelebt.“ Dies sei „ein enormer Standortvorteil, den wir ausspielen müssen, wenn es darum geht auf den internationalen Bühnen, um die Ansiedlung von Unternehmen zu werben“, sagte der IHK-Präsident.

Allerdings könne sich die Stadt nicht darauf verlassen, dass das auch so bleibt. „Da der demografische Veränderungsprozess auch in FrankfurtRheinMain seine Spuren hinterlässt, sind wir zunehmend auf gut ausgebildete ausländische Arbeitskräfte angewiesen“, sagte Prof. Dr. Müller. „Wenn man die Gruppe der unter 20-jährigen betrachtet, wird deutlich, dass uns Städte wie München, Dresden, Leipzig, Berlin und Hamburg den Rang ablaufen und wir es mit deutlichen Abstand nur noch mit Müh und Not unter die Top Ten schaffen.“


Abzuwarten bleibe, ob die Vorhaben der Berliner Koalitionsberatungen für den Wohnungsmarkt die gewünschte Wirkung entfalten. Insbesondere die Mietpreisbremse sei kritisch zu sehen, denn ohne begleitende Maßnahmen sei nicht absehbar, dass dies die angespannte Lage in Teilen des Wohnungsmarktes effektiv löse.

Im Rückblick auf die Vorhaben, die beim Immobilienkolloquium der IHK Frankfurt vor einem Jahr angesprochen wurden, ist einiges voran gekommen. So wurde die Empfehlung der IHK Frankfurt, einen „Runden Tisch Wohnen“ zu initiieren, um die regionale Zusammenarbeit auf dem Wohnungsmarkt FrankfurtRheinMain zu intensivieren, vom Regionalverband rasch aufgegriffen und unter seiner Federführung schließlich auch organisiert. Vertreter von Frankfurt am Main und den Nachbarkommunen haben Flächen mit einer Gesamtgröße von 320 Hektar, die für Geschosswohnungsbau geeignet sind, angeboten. Mittlerweile hat sich die Fläche bereits auf 375 Hektar erhöht. Etwa 280 Hektar der Flächen weisen eine Lage auf, die es ermöglicht, Frankfurt am Main innerhalb von 45 Minuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Als nächsten Schritt will der Regionalverband mögliche Investoren, beispielsweise Wohnbaugenossenschaften, und Kommunen für einen Interessensabgleich an einen Tisch bringen.


Auch in der Stadt Frankfurt sind die verfügbaren Wohnbauareale weiter entwickelt worden. Der Stadtteil Kalbach-Riedberg und das Europaviertel wachsen weiter, und die Planungen für das Kleyerquartier sind einen großen Schritt vorangekommen. Es sei richtig, dass die Stadt die vorhandenen Potentiale nutze, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen und damit auch für Fachkräfte mit mittleren Einkommen  weiter attraktiv zu bleiben.

 

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