Unternehmen müssen für ihre IT-Sicherheit sorgen

25.11.2013

 

Unternehmen müssen für die IT-Sicherheit zunächst selbst sorgen. „Eigene Sicherheitskonzepte sind der beste Weg, um seine Geschäftskommunikation vor Ausspähung zu schützen“, sagt Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt am Main. Gräßle betonte, es liege im Interesse der Unternehmen selbst, für ihre Sicherheit zu sorgen. „Nur wenn die Unternehmen sich gegen kriminelle Spähangriffe ausreichend schützen, lassen sich behördliche Meldepflichten vermeiden.“ Die mögliche Berliner Koalition plant, eine Meldepflicht bei Attacken auf Firmendaten aus dem Internet einzuführen. „Dies brächte eine erhebliche Erschwernis der Geschäftsabläufe.“


Ob mit oder ohne Meldepflicht – ein eigenes Konzept für die sichere Kommunikation ist auf jeden Fall erforderlich. Für ihre Mitgliedsunternehmen hat die IHK Frankfurt am Main daher einen Link zum Verzeichnis der IHK-zertifizierten Sachverständigen für IT-Sicherheit eingerichtet (www.frankfurt-main.ihk.de/it-sicherheit). Die öffentlich bestellten und vereidigten IHK-Sachverständigen sind verpflichtet, unparteiische Gutachten zu erstellen. Jeder Sachverständige ist vor der öffentlichen Bestellung überprüft worden, ob er über die besondere Sachkunde verfügt und persönlich geeignet ist. Diese Sachverständigen können auch kleinen und mittleren Unternehmen Auskunft darüber geben, ob ihre IT-Infrastruktur und ihre unternehmensspezifischen Sicherheitskonzepte ausreichend „einbruchsicher“ gestaltet sind.
„In unserer Region sitzen viele ‚Hidden Champions‘, deren Spezial-Technologie weltweit führend ist. Das weckt Begehrlichkeiten“, erklärte Gräßle. Zugleich forderte er eine wirksame und verlässliche globale Rechtssetzung und eine Möglichkeit zur Ermittlung der Täter. Es könne nicht sein, dass hiesigen Unternehmen kein Zugriff auf kriminelle Anbieter aus fernen Ländern möglich sei, weil das deutsches Recht im Ausland nicht gilt. „Die staatlichen Ordnungsgewalten müssen hier zusammen kommen und ein Recht für das globale Internet etablieren. Ohne eine glaubwürdige internationale Regelung droht die Einführung von nationalen Internet-Kontrollen. Das kann Deutschland als größter Nutznießer der globalen Wirtschaft nicht wollen! Daher müssen wir alles tun, damit die Rechtssicherheit auf internationaler Ebene realisiert wird.“

 

Dies sei insbesondere für den Datenverkehr mit den USA von Bedeutung. Nach Darstellung des Hessischen Datenschutzbeauftragten wurde dem europäisch-amerikanischen Safe-Harbour-Abkommen aufgrund der bekannten Datenschutz-Verstöße der US-Regierung teilweise die Geschäftsgrundlage entzogen. Alle Unternehmensdaten müssen bei der Datenübertragung in die USA daher nachweislich sicher verschlüsselt werden. Unternehmer tragen die Verantwortung dafür, dass nur noch verschlüsselte Daten ins Ausland gelangen.

 

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