Aufschwung nicht gefährden:
Industrie sieht zunehmend Versorgungssicherheit gefährdet

16.12.2013

 

Zum Jahresende blickt die hessische Industrie vorsichtig optimistisch auf das kommende Jahr. Während 23 Prozent der Industriebetriebe eine Verbesserung der zukünftigen Geschäftsentwicklung erhoffen, befürchten lediglich 12 Prozent eine Verschlechterung ihrer Situation. Besondere Hoffnung setzen die Unternehmen dabei auf eine spürbare Belebung der Weltwirtschaft und die damit verbundene steigende Nachfrage aus dem Ausland. Jedes vierte exportierende Industrieunternehmen erwartet höhere Auslandsumsätze, lediglich acht Prozent gehen von einem Rückgang des Exportgeschäftes aus.

Impulse für die Investitionsgüterproduzenten dürften in den kommenden Monaten aber auch von der steigenden Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen ausgehen. Der IHK-Investitionsindikator liegt mit +7 Punkten erstmals seit dem Frühsommer 2012 wieder im positiven Bereich. Vor allem die Elektroindustrie, der Fahrzeugbau, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie das Ernährungsgewerbe möchten in den kommenden Monaten das Investitionsvolumen ausdehnen. Dabei spielen Produktinnovationen und Kapazitätserweiterungen eine wichtige Rolle. Von dieser Entwicklung dürfte auch der hessische Maschinenbau profitieren.

„Der wachsende Optimismus und die verstärkte Investitionsbereitschaft der Unternehmen sprechen für eine spürbare konjunkturelle Belebung im kommenden Jahr“, bewertet IHK-Präsident Prof. Dr. Mathias Müller die Umfrageergebnisse. „Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum werden aber auch notwendig sein, um zumindest kurzfristig die im Koalitionsvertrag vereinbarten Mehrausgaben wie versprochen ohne eine Erhöhung von Steuern oder Sozialversicherungsbeiträgen bewältigen zu können“, ergänzt Prof. Dr. Müller unter Bezug auf die bisherigen Ergebnisse im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. „Auch der geplante Mindestlohn wird die Arbeitskosten so erhöhen, dass insbesondere kleinere Betriebe die Grenze ihrer Belastbarkeit erreichen werden.“

Ein deutliches Anziehen der Industriekonjunktur ist momentan zwar sehr wahrscheinlich; gleichwohl bestehen nach wie vor hohe Risiken, zumal die europäische Schuldenkrise noch nicht ausgestanden ist. Aus Sicht der hessischen Industriebetriebe stellen jedoch die möglichen Folgen der Energiewende ein besonders großes Risiko dar. Immerhin 57 Prozent der Industriebetriebe erachten aktuell steigende Energie- und Rohstoffpreise als eines der Hauptrisiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

„Die deutsche Wirtschaft ist bislang gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Dies ist insbesondere auch ein Verdienst  der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Unternehmen können sich im Wettbewerb aber nur behaupten, wenn sie ihre Produkte und Dienstleistungen zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten können. Voraussetzung dafür ist eine sichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen“, so IHK-Präsident Prof. Dr. Müller. Derzeit befürchtet die Industrie nicht nur steigende Kostenbelastungen durch eine Reform der EEG-Umlage, sondern sieht auch die Versorgungssicherheit gefährdet. Immerhin wurden in diesem Jahr deutschlandweit in jedem achten Unternehmen Stromausfälle von über drei Minuten verzeichnet.

„Selbstverständlich bietet die Energiewende auch Chancen. Dazu zählen insbesondere Innovationen und technologische Entwicklungen bei der Erzeugung, der intelligenten Verteilung und beim sparsamen Einsatz von Energie. Hierbei ergeben sich nicht nur für die hessische Elektroindustrie neue Wachstumsfelder – vorausgesetzt, die Politik setzt die richtigen Rahmenbedingungen“, sieht Prof. Dr. Müller für die Industrie auch Chancen aus der Energiewende.

Weitere Aussagen zur Entwicklung der Industriekonjunktur finden Sie in der zweiten Ausgabe des Industrie-Journals unter:
http://www.frankfurt-main.ihk.de/industrie_innovation_umwelt/industrie/journal/index.html

 

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