Konjunkturlokomotive FrankfurtRheinMain braucht Schwung durch Innovation, Internationalisierung und Fachkräfte

29.01.2014

„Ein steigendes BIP, immer mehr Erwerbstätige und eine geringe Arbeitslosigkeit: Deutschland steht momentan so gut da wie keine andere bedeutende Wirtschaftsnation. Hessen hat zu dieser Entwicklung einen großen Beitrag geleistet, denn es gehört mit seiner Wirtschaftsleistung zur Spitze der deutschen Bundesländer“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main (IHK), im Rahmen seiner Eröffnungsrede zum traditionellen Jahresempfang vor rund 1.700 Gästen in der IHK Frankfurt. „Die Frankfurter Wirtschaft startet mit Volldampf ins nächste Jahr. Davon profitiert Deutschland, davon profitiert auch Europa. Denn Deutschland ist momentan die Lokomotive, die Europa zieht“. Der IHK-Präsident warnte die Politik davor, den Schwung durch falsche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen zu bremsen: „Die künftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts hängt entscheidend von der Innovationsfähigkeit und Internationalisierung unserer Unternehmen sowie von der Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte ab!“

Prof. Dr. Müller forderte, die Kräfte in der Wissensregion FrankfurtRheinMain müssten stärker als bisher gebündelt werden, um im Wettbewerb um innovative Produkte die Nase vorn zu haben: „Dafür brauchen wir auch einen qualifizierten Schulterschluss zwischen dem Hessischen Wirtschafts- und dem Wissenschaftsressort. Gerade die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die über keine großen Budgets für Forschung und Entwicklung verfügen, benötigen mehr Unterstützung, um stärker an EU-Fördermitteln partizipieren zu können.“ Zudem solle die Hessische Landesregierung bestehende Ansätze in der Region, wie das Innovationszentrum Biotech oder die „Houses“ – branchenspezifische Kompetenzzentren, die der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft dienen – besonders unterstützen. Als weiteres wichtiges Handlungsfeld für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts benannte Prof. Dr. Müller die Infrastruktur. „Die Hessische Landesregierung hat wichtige Verkehrsprojekte, wie die Drehkreuzfunktion des Frankfurter Flughafens oder ein leistungsfähiges Fernbahnsystem, in ihr Programm aufgenommen. Wir wünschen uns, dass Sie diese Projekte auch in Berlin mit Verve vorantreiben, denn dort wird über die Zuteilung der Mittel entschieden“, wandte er sich an Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir.

Die gute internationale Erreichbarkeit der Region sei ein zentraler Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg der hiesigen Betriebe. Die Neuordnung der FrankfurtRheinMain GmbH – International Marketing of the Region und die Gründung von Hessen Trade and Invest bezeichnete der IHK-Präsident als zwei wichtige Meilensteine des vergangenen Jahres, um mehr internationale Unternehmen für den Standort FRM zu begeistern. „Unternehmerinnen und Unternehmer aus der ganzen Welt sind in unserer offenen, international geprägten Gesellschaft herzlich willkommen“, betonte Prof. Dr. Müller. „Allerdings passen Diskussionen über angebliche Einwanderungen in unsere Sozialsysteme, wie sie in den letzten Wochen geführt wurden, nicht zu dieser Willkommenskultur. Im Gegenteil: Wir müssen das Potenzial aus Zuwanderung nutzen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen!“ Um mehr Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, müssten Arbeitsbedingungen flexibler gestaltet sein, die Ausbildungsfähigkeit junger Menschen sowie die Weiterbildung älterer Arbeitnehmer gesichert und mehr Wert auf betriebliches Gesundheitsmanagement gelegt werden.

Der Gastredner des diesjährigen IHK-Jahresempfangs, der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, gab bekannt, das Land werde eine eigene Stabsstelle einrichten, die intensiv dieses für Hessen so wichtige Thema Fachkräftesicherung bearbeiten werde. „Wertvollste Ressource unseres Landes sind seine überdurchschnittlich qualifizierten Arbeitskräfte. Exzellent ausgebildete Frauen und Männer, die in mittelständischen Unternehmen oder Konzernen von Weltruf mit großem Einfallsreichtum aus Ideen echte Innovationen machen, bilden das Fundament unserer Wirtschaft. Damit das so bleibt, müssen wir zuerst das hessische Potential an Fachkräften aktivieren und parallel im Ausland gezielt werben“, betonte Bouffier.


Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann hob in seinem Grußwort die Rolle Frankfurts als „Tor der Welt für viele Unternehmen“ hervor. Frankfurt sei Ausgangsbasis und Sprungbrett für globale Geschäfte und ebenso eine wichtige Eintrittspforte für ausländische Unternehmen, um in Deutschland oder Europa Geschäfte zu tätigen. „Doch auf diesem Status quo und positiven Rankings kann man sich nicht ausruhen. Es gibt viele Themen, die künftig eine große Rolle spielen und die daher politisch forciert und mit starken Partnern umgesetzt werden müssen“, betonte Feldmann. Als Beispiele nannte er die Schaffung von Wohnraum für Fachkräfte, Hebung des Fachkräftepotenzials, zum Beispiel durch die stärkere Teilnahme von Frauen am Er-werbsleben, Zuwanderung von außen, Entwicklung von Maßnahmen zur stärkeren Vernetzung von kleinen und mittleren Unternehmen mit den Hochschulen vor Ort und untereinander sowie die Verbesserung der städtischen Infrastruktur in den Bereichen IT und Verkehr.

 

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