Keine Zwangsabgaben für Tourismusbranche

18.02.2014

 

Die Einführung einer Abgabe in der Tourismusförderung lehnt die IHK Frankfurt am Main ab. „Wir sprechen uns gegen Zwangsabgaben von der privaten Wirtschaft für die Tourismusförderung aus“, sagte Thomas Reichert, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main und Vorsitzender des Ausschusses für Tourismus der IHK Frankfurt am Main. Aufgrund der Haushaltsengpässe der öffentlichen Hände wird die Tourismusförderung als freiwillige Aufgabe momentan schnell ein Opfer von Haushaltskürzungen. „Das ist gefährlich, weil Hessen im Tourismus gerade so viel erreicht hat.“

Die Statistiken bis November vorigen Jahres zeigen in Hessen neue Rekordmarken für 2013: Die hochgerechnete Zahl der Gästeankünfte nahm um 1,6 Prozent auf gut zwölf Millionen Gäste zu, die Anzahl der Übernachtungen stieg um 1,2 Prozent auf etwa 28 Millionen an.

„Um vernünftig arbeiten zu können, brauchen die Tourismusförderer stabile Budgets“, sagte Reichert. Mangelnde Finanzausstattung für die touristische Infrastruktur und das touristische Marketing führt im Wettbewerb mit anderen Destinationen zu Nachteilen.

Entscheidungsträger im Tourismus diskutieren bundesweit die Einführung von sogenannten Tourismusgesetzen, wie es sie z.B. in touristischen Hochburgen wie Österreich oder der Schweiz bereits gibt. Ziel der Gesetze ist die Tourismusfinanzierung über die Erhebung von Zwangsabgaben zu sichern. Die Abgaben sollen aus Einnahmen aus dem Tourismus, zum Beispiel von der privaten Wirtschaft, etwa des Beherbergungsgewerbes, der Gastronomie und des Handels generiert werden.
„Eine solche Debatte wollen wir für Hessen ausschließen. Eine weitere Belastung dieser Unternehmen ist nicht hinnehmbar, zumal sie mit ihrem Einsatz selbst einen großen Beitrag zur Attraktivität der Zielregionen leisten“, sagte Reichert.

Die überwiegend mittelständisch geprägte Tourismusbranche hat bemerkenswerte ökonomische Eckdaten vorzuweisen. „Die Bilanz der wirtschaftlichen Effekte durch die Tourismusnachfrage ist beeindruckend“, so Reichert. Der direkte Beitrag des Wirtschaftsfaktors Tourismus zur Bruttowertschöpfung ist in Deutschland mit 4,4 Prozent vergleichbar mit dem des Baugewerbes. Dennoch ist die Branche ein häufig unterschätzter Wirtschaftsfaktor – vielfach auch deshalb, weil oft nur die Inhaber der Beherbergungsbetriebe zu den Akteuren der Tourismusbranche gezählt werden. In Hessen gibt es schätzungsweise 200.000 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) in der Branche. Vom Tourismus als klassischer Querschnittsbranche profitieren auch das Gastgewerbe, der Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen.

 

Ansprechpartner

Anne Stephanie Waldeck Unternehmenskommunikation stellvertretende Pressesprecherin
Telefon: 069 2197-1584 Fax: 069 2197-1488

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488