Herausforderungen der Metropolregion

19.05.2014

 

Auf die Metropolregion FrankfurtRheinMain kommen in den nächsten Jahren schwerwiegende Herausforderungen zu. Die erfreuliche dynamische Bevölkerungsentwicklung in den Kernstädten der Region führt zur Verknappung von Wohnraum, bedrängt aber auch die Gewerbe- und Industriestandorte. „Wir brauchen Antworten für die Flächenkonkurrenz von Wohnen und Gewerbe gerade in zentralen Lagen“, sagte der Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, Prof. Dr. Mathias Müller, am Montag zur Eröffnung der Global Business Week in Frankfurt. „Die Sicherung der für unsere Region so wichtigen Industrie darf neben dem Wohnraumthema nicht vernachlässigt werden.“

Der IHK-Präsident sprach dabei auch die Entwicklungen in der Stadt Frankfurt an. Es sei richtig, dass die Stadt Frankfurt sowohl an einem Wohnbauland-entwicklungsprogramm als auch an einem Masterplan Industrie arbeite. Nun sei aber auch eine wirksame Verzahnung der Wohnbau- und Gewerbeflächenentwicklung auf Ebene der Metropolregion notwendig. „Denn wir sind uns alle in der Region einig, dass ein regionaler Ansatz am besten helfen kann, drängende Flächenprobleme zu lösen.“

Der IHK-Präsident warnte zugleich vor negativen Folgen der angespannten kommunalen Finanzen für die Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion. Die in einigen Kommunen absehbar rückläufige Bevölkerungsentwicklung verschärft dort eine ohnehin schon schwierige Haushaltssituation. Damit stelle sich die Frage, zu welchen Kosten Versorgungsinfrastrukturen bei sinkender Bevölkerungszahl aufrecht erhalten werden können. „Wir dürfen jedenfalls nicht in eine Spirale aus Gewerbe- und Grundsteueranhebungen geraten, die letztendlich der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts massiv schaden würde.“

Um die Kommunalfinanzierung langfristig auf eine solide Basis zu stellen, empfehle sich eine Reform der stark konjunkturabhängigen und zum Teil substanzbelastenden Gewerbesteuer und eine Gemeindegewinnsteuer mit Hebesatzrecht. Auch die höhere Beteiligung der Kommunen an einer stabilen Steuer, zum Beispiel Lohn- und/oder Umsatzsteuer, gehöre zu solchen Überlegungen.

Als wichtigen Fortschritt hob der IHK-Präsident die Neuausrichtung der Standortmarketing-Gesellschaft der Metropolregion hervor. Zusammen mit der VhU, der Handwerkskammer und der Wirtschaftsinitiative hatte die IHK Frankfurt im vorigen Jahr einen moderierten Dialog zum Neustart der regionalen Wirtschaftsförderung eingeleitet. Dabei wurden vor allem Zielländer und Zielbranchen der FRM GmbH definiert, auf die sich das internationale Standortmarketing zukünftig konzentrieren soll. „Jetzt kommt es darauf an, die Marke FrankfurtRheinMain in diesen Bereichen zu stärken und mittelfristig erfolgreiche Unternehmensansiedlungen vermelden zu können“, forderte der IHK-Präsident.

Auch wenn die Metropolregion gut aufgestellt sei, sollte sich das Land Hessen nach Ansicht des IHK-Präsidenten aktiv in die Förderung der Metropolregion einbringen. Die Landesregierung müsse mit der Region gemeinsam daran arbeiten, die Metropolregion fit für die Zukunft machen.

Die wirtschaftliche Entwicklung in FrankfurtRheinMain steht nach den Worten des IHK-Präsidenten im Frühjahr 2014 unter positiven Vorzeichen. Für 2014 wird ein im Vergleich zum Bund überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent erwartet. Die Betriebe gehen von rund 23.000 neuen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region bis zum Ende des Jahres aus. Allerdings wächst FrankfurtRheinMain seit einiger Zeit weniger stark als andere Metropolregionen. Das Plus von 6,5 % bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Jahren zwischen 2006 und 2011 bedeute, dass FrankfurtRheinMain im Vergleich mit anderen deutschen Metropolregionen unter dem Durchschnittswert aller Metropolregionen in Deutschland (7,6 %) geblieben ist. „FrankfurtRheinMain darf sich daher nicht auf aktuellen Erfolgen und dem Erreichten ausruhen.“

 

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