Renminbi-Clearing birgt Potenzial für den Finanzplatz Frankfurt

23.06.2014

 

Das Engagement von Frankfurt als erster Finanzplatz in der Euro-Zone für den Handel in der chinesischen Währung Renminbi (RMB) birgt ein großes Potenzial. „Dem Handel zwischen Deutschland und Europa mit China wird der Aufbau des Renminbi-Handelszentrums in Frankfurt ohne Zweifel erhebliche Impulse verschaffen. Nicht zuletzt werden davon die kleinen und mittleren Unternehmen profitieren“, sagte der Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main, Dr. Lutz Raettig, am Montag bei einer Pressekonferenz in der IHK anlässlich der Vorstellung der Bank of China als der künftigen Clearingbank. Dr. Raettig, der auch Sprecher des Präsidiums der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. ist, verwies auf das erhebliche Potenzial für Frankfurt im Renminbi-Handel: „Lag der Anteil des Zahlungsverkehrs zwischen Deutschland und China in Renminbi nach Angaben von Swift im Mai 2013 noch bei 8,2 Prozent, waren es im Mai 2014 bereits 22,9 Prozent.“ Trotz dieser rasant wachsenden Bedeutung stehe die Entwicklung des Renminbi zu einer der führenden Handels- und Investitionswährungen noch ganz am Anfang.

 

Dr. Raettig rechnet mit rund einer halben Milliarde Euro an Einsparungen in der Handelsfinanzierung jedes Jahr, die den Unternehmen zu Gute kommen werden. In der Investitionsfinanzierung steckten weitere Einsparpotenziale. Schließlich sei eine Finanzierung von Investitionen in China durch RMB die beste Form der Absicherung gegen Währungsrisiken.

 

Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir erklärte, er wolle nach der Benennung der Clearing Bank für den Standort Frankfurt den deutsch-chinesischen Wirtschaftsverkehr weiter vorantreiben. Dabei wolle die Landesregierung insbesondere als Bindeglied zwischen Finanz- und Realwirtschaft agieren, sagte der Minister am Montag: „Wir werden weiter die konkreten Wünsche und Ziele aus den Unternehmen entgegennehmen und in die Verhandlungen über die Ausgestaltung der Clearingbank einbringen. Wir verstehen uns als Dienstleister für die Unternehmen."

 

Am Donnerstag hatte die chinesische Notenbank mit der Bank of China ein international erfahrenes und fest in Frankfurt verankertes Finanzinstitut zur Clearing Bank für den Standort Frankfurt benannt. Dadurch wird es Unternehmen nun möglich, Geschäfte mit ihren chinesischen Partnern in einer Zeitzone, in einer Sprache und nicht zuletzt zu günstigen Konditionen abzuwickeln. „Der Startschuss ist jetzt gefallen. Vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen eröffnet dies völlig neue Perspektiven", erläuterte Al-Wazir.

 

Dr. Joachim Nagel, im Vorstand der Deutschen Bundesbank zuständig für den Bereich Märkte, begrüßte die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Bank of China als Clearing Bank für Frankfurt auszuwählen. „Es ist wichtig, dass eine Clearingbank am europäischen und chinesischen Zahlungsverkehr aktiv teilnimmt, gut vernetzt ist und über langjährige Erfahrung in China und Europa verfügt. Die Bank of China erfüllt diese Voraussetzungen."

 

Nagel verwies darauf, dass seit der Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Renminbi-Clearing bereits mehrere Renminbi-Anleihen in Frankfurt emittiert worden seien: „Ich bin mir sicher, dass bald weitere folgen werden." Die Infrastruktur zum Renminbi-Clearing im Euro-Raum stehe nun in Frankfurt bereit. „Ich rechne in Zukunft sowohl mit höheren Umsätzen als auch einer größeren Produktvielfalt. Die Clearing Bank in Frankfurt ist für alle Marktteilnehmer von großem Vorteil, da künftig Zahlungen im Euro-Raum ohne Umwege direkt zwischen Euro und Renminbi abgewickelt werden können", sagte Nagel.

 

Die Bank of China äußerte sich erfreut, als europäische Clearing Bank für den Renminbi in Frankfurt ernannt worden zu sein. „Wir wissen aber auch sehr genau um unsere damit einhergehende Verantwortung für den Finanzplatz Frankfurt. Wir werden mit dieser großen Verantwortung sehr gewissenhaft umgehen und ein kooperativer Partner für alle involvierten Parteien sein", erläuterte Bernd Meist, Geschäftsleiter der Bank of China in Frankfurt.

 

„Die Bank of China, als internationalstes aller chinesischen Kreditinstitute, betreibt weltweit bereits heute sehr erfolgreich verschiedene Clearing Banken. Insofern haben wir keine Zweifel, dass auch Frankfurt ein Erfolg für alle Beteiligten wird", so Meist. Die Bank hat in Frankfurt zur Zeit 180 Mitarbeiter und beabsichtigt einen Ausbau bis auf 250 Mitarbeiter bis 2015. In Deutschland hat die Bank vor allem Kunden mit chinesischem Hintergrund und betreut sie aus Zweigniederlassungen in Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf. In der Euro-Zone hat die Bank weitere Niederlassungen in Frankreich, Italien, Luxemburg und Portugal.

 

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