Mehr als 500 freie Stellen in IHK-Ausbildungsplatzbörse

26.06.2014

 

Mehr als 500 freie Stellen werden zur Zeit in der IHK-Ausbildungsplatzbörse für FrankfurtRheinMain angeboten. Diese Zahl nannte Karen Hoyndorf, Stellvertretende Präsidentin der IHK Frankfurt am Main, zur Eröffnung der dreitägigen Berufsbildungsmesse vom 26. bis 28. Juni auf dem Börsenplatz vor der IHK in Frankfurt. Auf der Berufsbildungsmesse präsentieren mehr als hundert Unternehmen und Institutionen ihre Ausbildungsangebote den Schülerinnen und Schülern aus Frankfurt und Umgebung.

Zugleich stellte Hoyndorf fest, dass es zugleich noch eine hohe Zahl an unversorgten Bewerbern und unbesetzten Stellen bei der Arbeitsagentur gibt. Die IHK habe die Unternehmen daher darauf eingestimmt, dass sie auch schwächeren und weniger stromlinienförmigen Bewerbern eine Ausbildungschance geben sollten.

Die rund 100 Ausbildungsbetriebe präsentieren auf der Messe die breite Palette der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Sie erklären Voraussetzungen, Lerninhalte, Lernbedingungen und Lernwege, informieren über ausgewählte Berufe innerhalb der Berufsfelder von Dienstleistung, Handel, Industrie, Handwerk, Öffentlichem Dienst und freien Berufen. Erwartet werden wie im Vorjahr rund 10.000 Teilnehmer. Ihnen geben die Leiter der Aus- und Weiterbildung von Ausbildungsfirmen, Auszubildende, Ausbildungsberater/-innen der IHK, die Berufsberatung des Arbeitsamtes, Berufsschullehrer/-innen und Bildungssachverständige der Weiterbildungsträger im Rhein-Main-Gebiet Auskünfte zu Tätigkeiten und Karrierewegen in der Wirtschaft sowie im Öffentlichen Dienst.

Der Messebesuch wird in den allgemeinbildenden Schulen pädagogisch vor- und nachbereitet. Die Messe bündelt Information und Show, sodass diese große berufskundliche Veranstaltung für alle Besucherinnen und Besucher zum Erlebnis wird. Unter dem Motto "Berufe zum Anfassen" bieten viele Aussteller durch
Demonstration typischer Aktivitäten Einblicke in die praktische Tätigkeit eines Berufs oder Berufsfeldes.

Die Messe wendet sich an Schulen, Eltern und vor allem auch an die Lehrkräfte. Angesprochen sind auch Eltern mit Migrationshintergrund, da das deutsche duale Ausbildungssystem und die beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten in ihren Heimatländern in der Regel unbekannt sind.

Eine Anzeige beim Arbeitsamt reicht den Unternehmen heute bekanntlich nicht mehr aus, um die richtigen Bewerber zu bekommen. „Die Berufsbildungsmesse ist eines der zahlreichen Instrumente, um die duale Berufsausbildung – ein international anerkannter Vorteilsfaktor unseres Wirtschaftsmodells – zu unterstützen“, sagte Hoyndorf. Denn nur noch 60 Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen melden ihre Arbeitsplätze an die Arbeitsagentur, weil heute viele andere Wege zur Ansprache der Jugendlichen genutzt werden müssen. So werden Praktikumsplätze immer mehr zur Anbahnung für den Fachkräftenachwuchs. Schulen können die IHK nach Unternehmen mit Praktikumsplätzen in ihrer direkten Umgebung fragen oder über den OLOV-Koordinator beim Staatlichen Schulamt erfahren, welche Unternehmen gerade welche Praktikumsplätze anbieten.

Um auch nach dem Beginn des Ausbildungsjahres im Juli 2014 die dann noch unversorgten Ausbildungsbewerber auf die dann noch freien Stellen zu vermitteln, wird die IHK Frankfurt am 14. Juli wieder ein Speed-Dating für Ausbildungsbetriebe und Bewerber veranstalten. Im vorigen Jahr haben sich dabei 500 bis dahin unversorgte Bewerber vorgestellt, wobei es zu zahlreichen Ausbildungsverträgen kam.
Dieses Speed-Dating ist jedes Jahr die zeitlich letzte Maßnahme, um die duale Ausbildung in Frankfurt zu unterstützen. Zeitlich vorgelagert sind inzwischen zahlreiche Programme zur Berufsorientierung von Schülern schon während der Schulzeit. Neben der Stadt, dem Staatlichen Schulamt, dem Land Hessen und der Agentur für Arbeit wirken zahlreiche andere Institutionen und Unternehmen daran mit. Im Jahr 2012 wurden dadurch mehr als 11.000 Jugendliche mit Blick auf ihr berufliches Fortkommen beraten. „Es wird viel getan und die Jugendarbeitslosigkeit ist in Deutschland im europäischen Vergleich rekordniedrig“, sagte Hoyndorf. „Aber die Herausforderungen nach einer besseren Berufsorientierung bestehen unverändert, denn die Zahl der Studienabbrecher ist mit einem Viertel viel zu hoch. Die Studienabbrecher hätten in der Regel besser eine duale Ausbildung gewählt, denn dort werden die meisten Kräfte gesucht.“

Laut einer DIHK-Umfrage konnten 2013 rund 20 Prozent aller Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Ein Grund dafür ist einerseits der ungebremste Trend zur Akademisierung, der dazu geführt hat, dass heute mehr als die Hälfte eines Jahrgangs einen Hochschul-Studiengang wählt, und andererseits die Fokussierung der Jugendlichen auf einige wenige Berufe wie Kfz-Mechatroniker, während in anderen Berufen wie Sanitär- und Heizungstechnik viele Stellen unbesetzt bleiben.

 

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