Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2015: Lage besser als Aussicht – dennoch bleibt FrankfurtRheinMain auch 2015 Job-Lokomotive

10.11.2014

„Die Wirtschaft in der Metropolregion FrankfurtRheinMain befindet sich nach wie vor in einer guten Lage. 90 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Situation als gut oder befriedigend. Diese positive Einschätzung spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen wider. Die Rückmeldungen der Unternehmen deuten darauf hin, dass sowohl im aktuellen als auch im kommenden Jahr weiter Beschäftigung aufgebaut wird – trotz der konjunkturellen Risiken, die gerade deutlich sichtbar werden. Für 2014 rechnen wir mit 19.000 weiteren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region, für 2015 mit weiteren 17.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen“, sagte Prof. Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, bei der Präsentation der regionalen Beschäftigungs- und Konjunkturprognose für 2015. Für diese Untersuchung wurden knapp 7.500 Unternehmen der Region vom IHK-Forum Rhein-Main, einer Gemeinschaftsinitiative der IHKs im Rhein-Main-Gebiet, befragt.

 

„Die nach wie vor stabile Binnennachfrage und das niedrige Zinsniveau sorgen dafür, dass insbesondere Dienstleistungsunternehmen und das Baugewerbe Beschäftigung aufbauen. Noch profitiert der Arbeitsmarkt zudem von den Reformen der Agenda 2010. Allerdings markieren die Rente mit 63 und der Mindestlohn eine Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik, die schnell wieder einen anderen Kurs einschlagen muss. Statt nun über Vorschläge wie zum Beispiel eine Anti-Stress-Verordnung oder einen noch früheren Renteneintritt zu diskutieren, erwarten wir eine Wirtschaftspolitik für mehr Wettbewerbsfähigkeit und bessere Rahmenbedingungen für Wachstum“, so Prof. Dr. Müller.

 

Mit Blick auf die einzelnen Sektoren ergänzte Dr. Gunther Quidde, Geschäftsführer des IHK-Forums Rhein-Main: „Die Dienstleister in FrankfurtRheinMain bleiben Beschäftigungsmotor. 18 Prozent der Unternehmen wollen neue Stellen schaffen, lediglich elf Prozent planen, ihren Beschäftigtenstand zu verringern. Ähnlich positiv sind die Aussichten für das Baugewerbe. Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen und der niedrigen Rendite alternativer Kapitalanlagen floriert insbesondere der Wohnungsbau. In etwas geringerem Ausmaß profitiert auch der Handel. Hier blicken viele Unternehmen allerdings mit Sorge auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Dies gilt auch für die Industrie, in der viele Unternehmen sich aufgrund der außenpolitischen Krisenherde um ihre Exporte sorgen.“

 

Mit Blick auf die weiteren wirtschaftlichen Aussichten ergänzte Dr. Quidde: „Die Politik ist nun gefragt, ihren wirtschaftspolitischen Kompass neu zu justieren und die Zuversicht in die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu stärken. Die Liste der Aufgabenfelder ist lang: Bezahlbare Energiepreise, solide öffentliche Finanzen, bessere Rahmenbedingungen für die Fachkräftesicherung und Infrastruktur. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und der schwächeren Konjunkturaussichten bleibt nun kein Spielraum mehr für sozialpolitische Wohltaten. Ab sofort müssen Investitionen in die Zukunft oberste Priorität haben.“

 

Beschäftigungsentwicklung in einzelnen Sektoren:

 

Nach Hochrechnungen des IHK-Forums Rhein-Main werden die Dienstleistungsunternehmen in diesem Jahr rund 1,4 Prozent bzw. 18.000 zusätzliche Stellen schaffen. Im kommenden Jahr wird die Beschäftigung voraussichtlich nochmals um 1,2 Prozent bzw. etwa 16.000 Jobs steigen.

 

Der Stellenaufbau bei den Industrieunternehmen in FrankfurtRheinMain setzt sich voraussichtlich nicht fort. Nach Berechnungen des IHK-Forums Rhein-Main wird die Beschäftigung in diesem Jahr leicht um 1.500 Stellen sinken. Für das kommende Jahr wird mit einem gleichbleibenden Beschäftigtenstand gerechnet.

 

Wie in den vergangenen Jahren plant das Baugewerbe auch aktuell mit mehr Personal. Das IHK-Forum Rhein-Main rechnet für 2014 mit 1.500 zusätzlichen Stellen, für das kommende Jahr werden weitere 1.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte prognostiziert.

 

Auch der Handel dürfte weiterhin von den niedrigen Anlagezinsen profitieren. In diesem Jahr werden die Handelsunternehmen voraussichtlich rund 0,4 Prozent bzw. etwa 1.000 neue Stellen schaffen. Für 2015 erwartet das IHK-Forum Rhein-Main hier  allerdings kein weiteres Beschäftigungswachstum.

 

Die vollständige Beschäftigungs- und Konjunkturprognose FrankfurtRheinMain 2015 steht im Internet unter www.frankfurt-main.ihk.de/prognose zum Download zur Verfügung.

 

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