Wirtschaft fährt mit angezogener Handbremse

23.01.2015

 

„Die Wirtschaft in Frankfurt startet kraftvoll in das neue Jahr, kann aber nicht volle Fahrt aufnehmen. Während der schwache Eurokurs, die hervorragende Beschäftigungslage und auch der niedrige Spritpreis den Konjunkturmotor befeuern, lässt sich die Handbremse nicht vollständig lösen“, so Professor Dr. Mathias Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, zur aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt am Main unter mehr als 2.700 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunuskreis, im Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main. Der Mindestlohn sorge bei den Unternehmen für mehr Bürokratie, das Rentenpaket verteuere die Arbeitskosten und die geplante Maut gebe weiter Rätsel auf. „Aber auch international liegen die Stolpersteine auf der Straße: Der offene Ausgang der Wahlen in Griechenland, der EZB-Kurs, der das Reformtempo in Europa erlahmen lässt, die ungelöste Ukraine-Krise und das niedrigste Wachstum in China seit mehr als 20 Jahren sind Faktoren, die es schwer machen, in diesem Jahr an das Niveau von 2014 anzuknüpfen“.

 

Detailergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2015:

 

Geschäftslage. Starke 45 Prozent der Betriebe im IHK-Bezirk Frankfurt am Main berichten von einer guten Geschäftslage, 46 Prozent von einer befriedigenden und nur neun Prozent berichten von einer schlechten Geschäftslage.

 

Geschäftserwartungen: Nur zwölf Prozent der Unternehmen erwarten schlechtere Geschäfte in den kommenden Monaten, doppelt so viele rechnen mit besseren  Geschäften.

 

Beschäftigung. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen spiegeln den robusten Arbeitsmarkt wider. 89 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden Monaten ihre Belegschaft konstant halten oder ausbauen. Insbesondere die Unternehmensbezogenen Dienstleister wollen mehr Beschäftigungsverhältnisse schaffen.

 

Investitionen. Die Investitionspläne der Unternehmen entwickeln sich in den meisten Branchen positiv. Ein Viertel der Unternehmen plant in den nächsten Monaten, die Investitionsausgaben zu erhöhen, 15 Prozent wollen weniger investieren als zuvor. Bei den Einzelhändlern kommt es jedoch zu einer Trendwende: Die Zahl der Unternehmen, die weniger investieren wollen (36 Prozent), übersteigt nun deutlich die Zahl derer, die mehr Investitionen planen (18 Prozent). Auch die Baufirmen sowie die Großhändler und Handelsvermittler planen unterm Strich immer noch mit weniger Investitionen.  

 

Exporte. Die Stimmung der Exporteure steigt. 32 Prozent der Exportunternehmen planen, ihre Ausfuhren zu erhöhen. Sieben Prozent rechnen mit einem fallenden Exportvolumen.

 

Branchen. Die Geschäftslage ist in fast allen Branchen gut. Spitzenreiter beim Geschäftsklima sind weiterhin die Unternehmensbezogenen Dienstleister, zu denen beispielsweise IT-Unternehmen, Architektur- und Ingenieurbüros oder Unternehmensberatungen gehören, sowie die Finanz-, Kredit- und Versicherungswirtschaft. Auf Platz drei folgen die Verkehrsunternehmen, die auch vom niedrigen Spritpreis profitieren.

 

Trotz Weihnachtsgeschäft sinkt die Stimmung im Einzelhandel. Die Lager der Textilhändler leeren sich wegen des vergleichsweise milden Winters nur langsam. Der Online-Handel setzt den Einzelhandel weiter unter Druck. Die sinkende Stimmung in der Bauwirtschaft beruht vor allem auf den unsicheren Aussichten für Gewerbeimmobilien.

 

Geschäftsklima für alle Branchen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main*

Grafik1
 

Lage und Erwartungen für alle Branchen im Bezirk der IHK Frankfurt am Main*

Grafik2
2Die Lage und Erwartungen werden als Saldo aus den gewichteten positiven Antworten („gut“/„wird steigen“) und negativen Antworten („schlecht“/„wird sinken“) ermittelt. Neutrale Aussagen bleiben unberücksichtigt.

 

*Der Bezirk der IHK Frankfurt am Main umfasst den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis sowie die Stadt Frankfurt.

 

 

Lagebeurteilung für alle Branchen in Prozent

Grafik3
 

Erwartungen für alle Branchen in Prozent

Grafik4


 

Beschäftigungsabsichten in allen Branchen in Prozent

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Investitionsbereitschaft in allen Branchen in Prozent

Grafik6
 

Exporterwartungen in allen Branchen in Prozent

Grafik7
 
 

 

 

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