Vollsperrung der Schiersteiner Brücke: Mehr Mittel für Infrastruktur dringend notwendig

11.02.2015

 

Der Zustand der Infrastruktur in Hessen hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. Das wachsende Verkehrsaufkommen führt zu einem beschleunigten Verschleiß der Straßen, insbesondere Brücken halten den Lasten nicht mehr Stand. Eindrucksvoll wurde dies heute deutlich, als die Schiersteiner Brücke wegen einer dramatischen Fahrbahnabsenkung aus Sicherheitsgründen voll gesperrt werden musste. Das Resultat ist ein Verkehrschaos, das weit über die morgendliche Rushhour hinausreicht und dessen Auswirkungen durch die enge Verzahnung der Pendlerverbindungen weit über Mainz und Wiesbaden hinaus ausstrahlt.

 

An der Schiersteiner Brücke wurde der Handlungsbedarf bereits erkannt und der Neubau einer sechsspurigen Brücke ist im vollen Gange. In diesem Zusammenhang weist die Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE) auf den enormen Nachholbedarf an Investitionen und insbesondere die Dringlichkeit vieler Brückenreparaturen in Hessen hin. Es steht zu befürchten, dass sich ähnliche Meldungen in Zukunft häufen werden, wenn nicht bald ausreichende Mittel für die nötigen Reparaturen zur Verfügung stehen. Das Problem ist: Die Abnutzung kommt schleichend, auf den ersten Blick merkt man sie nicht. Sie ist aber eine direkte Konsequenz aus der jahrzehntelangen Unterfinanzierung der Verkehrshaushalte. Wird zu spät investiert, führt dies zu Verkehrsproblemen und gefährdet die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Zudem sind die Kosten für die immer wieder notwendigen Reparaturen sehr viel höher als bei rechtzeitiger Schadensbehebung. Staus, Verspätungen und Umwege führen zu hohen zusätzlichen Kosten und Umweltbelastungen für Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Seit langem fordert die ARGE, dass mehr in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur investiert werden muss. Wichtig sind zudem regelmäßige und bundesweit einheitliche Netzzustands- und Netzleistungsberichte, um Überraschungen wie heute an der Schiersteiner Brücke vorzubeugen.

 

Zuletzt hatte dies die ARGE im Positionspapier „Nachhaltige Verkehrswegefinanzierung“ formuliert (http://www.ihk-hessen.de/infrastrukturfinanzierung).

 

Obgleich der Verkehrssektor jährliche Einnahmen aus Steuern in Höhe von rund 53 Mrd. Euro erwirtschaftet, ist der Verkehrshaushalt seit mehreren Legislaturperioden unterfinanziert und investiert seit Jahrzehnten zu wenig in die Erhaltung und Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur. Es ist an der Zeit, dass sich die Politik auf ein klares verkehrspolitisches Ziel verständigt. Die Verkehrspolitik muss einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Im Umgang mit den knappen Finanzmitteln im Verkehrshaushalt sieht die Wirtschaft erhebliches Verbesserungspotential. Der bedarfsgerechten Mittelausstattung und effizienten Finanzierungsinstrumenten kommt daher eine Schlüsselrolle zu. Netzzustandsberichte bilden die Grundlage für einen bedarfsgerechten Einsatz von Finanzmitteln für Erhalt, Ausbau und Nachholbedarf.

 

Die ARGE fordert, dort zu investieren, wo das Verkehrsaufkommen am höchsten und der wirtschaftliche Nutzen am größten ist – das heißt in erster Linie in Hessen. Ohne eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur kann Hessen als europäische Verkehrsdrehscheibe im internationalen Standortwettbewerb nicht mithalten. Mobilität und Flexibilität von Personen und Waren sichern langfristiges Wachstum auf globalisierten Märkten. Ein weiterer Verfall von Straßen und Schienen wäre für die ansässigen Unternehmen fatal.

 

Zum Thema Schiersteiner Brücke und A66 zwischen Schiersteiner Kreuz und Abschlussstelle Erbenheim: hier fordern die hessischen IHKs schon lange den sechsspurigen Ausbau. Wenn der sechsspurige Neubau der Schiersteiner Brücke beendet ist, wird sich dies auf die dann mit vier Spuren zu enge A66 auswirken. Zudem muss hier demnächst die ebenfalls marode Salzbachtalbrücke erneuert werden. Dies wäre eine gute Gelegenheit, die A66 in dem genannten Abschnitt komplett auf sechs Spuren zu erweitern.

 

Ansprechpartner

Telefon:

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488