Panoramafreiheit muss bleiben

30.06.2015

 

Änderungen im Urheberrecht auf europäischer Ebene sollten nicht dazu führen, dass Fotos und Filmaufnahmen im öffentlichen Raum künftig kostenpflichtig gestellt werden. Eine Beschränkung der freien Berichterstattung, wie sie auf europäischer Ebene geplant wird, würde die Tourismus- und Medienwirtschaft nachhaltig beeinträchtigen. Die Arbeitsgemeinschaft der hessischen Industrie- und Handelskammern spricht sich gegen eine Einschränkung der medialen Nutzung des öffentlichen Raumes aus. „Ohne Panoramafreiheit würde sich die Skyline einer Stadt wie Frankfurt und ein Kunstereignis wie die documenta in Kassel nicht mehr öffentlich darstellen lassen“, kommentiert die Medienpolitische Kommission Hessen, eine Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft, die möglichen Folgen einer Einschränkung der Panoramafreiheit. Der Rechtsausschuss des EU-Parlaments in Brüssel hat in seiner Sitzung am 16. Juni einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der in der Sitzung des EU-Parlaments am 9. Juli zur Abstimmung gestellt werden soll.    

 

Das Recht, die urheberrechtlich geschützten Werke von Architekten und Künstlern, so sie von Straßen und Wegen, also dem öffentlichen Raum aus einsehbar sind, in Abbildungen unentgeltlich zu nutzen, ist in Deutschland unbestritten. Diese Freiheit gilt aber nicht in allen europäischen Ländern. Frankreich, Italien und Griechenland haben solche Aufnahmen bereits einer Genehmigungspflicht unterworfen. Im Zuge einer Vereinheitlichung droht hier also eine Behinderung, die vorsehen würde, dass vor allen Aufnahmen die Gestalter der Gebäude, die Künstler und Erben von Monumenten um Einverständnis gefragt werden müssten. Da dies praktisch kaum umsetzbar wäre, wäre die journalistische Berichterstattung sowie die meisten Formen der Standortwerbung faktisch verhindert.

 

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